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Sommergedanken

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Da sitzt man nun im Schatten auf der Terrasse, es ist (Feier-) Abend und es ist Sommer. Noch immer brutzelt die Sonne gnadenlos vom Himmel und dörrt einem das Hirn aus. 34 Grad zeigt das Thermometer – wohlgemerkt im Schatten (!) und am Abend! Das Ganze wird ja doch nur wieder in Blitz, Donner, Sturm und Wolkenbruch enden. Was also soll ein eingefleischter Eishockey-Fan wie ich mit so einem „Sauwetter" anfangen? Nichts..., aber auch rein gar nichts! Was gäbe ich jetzt für einen stahlblauen Winterhimmel mit tiefstehender Sonne über dickverschneiter Landschaft und knackigen 15 Minusgraden! Das könnte mein Herz so richtig erfreuen. Klar – dann würde ich nicht auf der Terrasse sitzen... aber ich hätte die Gewissheit, dass in den nächsten Tagen bestimmt wieder ein Spiel meiner absoluten Lieblingsmannschaft steigt. So sind es aber noch immer ewig lange Wochen bis zum ersten Bully. Ach ja - Winter ist doch um sooooo viel schöner als Sommer...

Aber – und das macht das Leben selbst bei dieser affenschwülen Hitze nun wieder erbaulicher – die Dauerkarte steckt bereits im Portemonnaie, die Mannschaft der Roten Teufel steht soweit (bis auf die Förderlizenzspieler vom Kooperationspartner DEG) und so langsam beschäftigt man sich auch geistig wieder mit dem Thema Eishockey. So wie es inzwischen seit vielen Jahren (um genau zu sein seit 1998/99) für mich Tradition ist im Frühjahr eine Saisonchronik der abgelaufenen Spielrunde zu verfassen, so komme ich auch diese Jahr langsam wieder in Stimmung einen ganz persönlichen Ausblick auf die kommenden DEL2-Monate zu wagen.

Zu wagen... ja, das ist glaube ich der richtige Ausdruck, denn wenn ich meine bisherigen Prognosen von 2013 und ganz besonders von 2012 noch einmal lese, dann muss ich eingestehen, dass ich einen ganz schönen Stuss zusammengefaselt habe. 2012 beispielsweise hab ich doch allen Ernstes  daran gezweifelt, dass Bad Nauheim vor Frankfurt und Kassel in der 2. Liga landen würde. Und letztes Jahr hatte ich eigentlich fest mit den Playoffs gerechnet. Tja, meine Prognosen treffen fast nie... Ich hab halt keine Ahnung; jedenfalls lange nicht so viel wie andere Forum-Schreiber, die zu jedem Neuzugang eine sichere Beurteilung parat haben (meine Bewunderung an diese Kollegen
:-))! Ok, ich hab auch nie behauptet Ahnung zu haben. Was ich jedoch steif und fest behaupte ist, dass ich einer der eingefleischtesten Fans der Roten Teufel bin – und das seit nunmehr 46 Jahren. Meine Premiere fand 1968 bei einem Spiel gegen den Mannheimer ERC statt, zu dem mich mein Vater mitgenommen hatte. Welches weiß ich nicht mehr – auch nicht wie es ausging. Aber dass es wahnsinnig viel Spaß gemacht hat, daran kann ich mich sehr gut erinnern.  Und genau das ist bis heute das wichtigste am Eishockey! 2018 hab ich dann also so etwas wie „Goldenes Fan-Jubiläum". Wahnsinn – wie die Zeit vergeht!

Geschwafel... eigentlich will ich ja nach vorne blicken und nicht zurück. Aber das ist dieses Jahr gar nicht so einfach. Die Aufstiegseuphorie des letzten Jahres ist leicht abgeebbt, was auch die Zahlen beim Dauerkartenverkauf belegen. Die anvisierten 1000 Tickets wurden natürlich verfehlt! Natürlich, weil - wenn man mich fragt – diese Erwartungen auch ein bisschen überzogen waren. Dennoch mit fast 800 Karten kann man durchaus zufrieden sein. Zumal man davon ausgehen kann, dass in den kommenden Monaten sehr viele  Zuschauer dem EC ihre erhöhte Besuchsbereitschaft schenken werden – auch ohne Dauerkarte. Immerhin gibt es erstmals seit Mitte der 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wieder die Konstellation dreier Hessenclubs in einer 2. Eishockey-Liga. Es ist sogar das erste Mal, dass dies in einer eingleisigen 2. Liga geschieht. 85/86 gab es ja noch die Trennung zwischen Nord und Süd...

Schon die beiden gemeinsamen Oberliga-Jahre haben einen signifikanten Zuschauerschub gebracht. Und nun in der DEL2 ist davon auszugehen, dass die Derbys auf einem noch höheren Niveau stattfinden werden. Deshalb mache ich mir eigentlich keine Sorgen bzgl. Zuschauerzahlen. Letztes Jahr hatte Bad Nauheim mit 2388 zahlenden Besuchern den besten Zuschauerschnitt der letzten 10 Jahren. Meine Prognose ist, dass wir diesen in der kommenden Saison noch einmal toppen werden – vorausgesetzt es gibt keinen unerwarteten sportlichen Einbruch.

Im Vergleich zum letzten Jahr gibt es auf einigen Positionen Veränderungen – das ist heutzutage ja auch völlig normal. Die wohl geringste Änderung ist die im roten Drahtgehäuse. Mit Jan Guryca und Domenic Bartels bleiben diese Position wie zum Ende letzter Saison; und Alexander Wagner ist auch kein Unbekannter in unsere Mannschaft. Hier ist also weder Schwächung noch Verstärkung zu sehen, aber schon letzte Saison war diese Position als grundsolide zu bewerten.

In der Abwehr haben wir mit Pietsch, McMonagle, Heid, Götz und Versteeg fünf Spieler abgegeben. Versteeg und McMonagle sind aus diesem Kreis wohl die stärksten Akteure gewesen.  Chris Heid, war leider bereits nach kurzem (aber durchaus gutem) Gastspiel dauerverletzt. Götz – meiner Meinung nach – eine der größten Enttäuschungen der Vorsaison, denn von ihm hatte viele wesentlich mehr erwartet. Nur gegen Ende der Runde zeigte er, was er zu leisten im Stande ist. Auf die gesamte Spielzeit gesehen ist es verständlich, das man mit dieser Personalie nicht verlängert hat. Bleibt Jan Niklas Pietsch; als „Nauheimer Bub" ist sein Abgang zwar schade, reißt aber sicherlich nicht das unersetzbare Loch in der Defensive. Dem gegenüber stehen die Neuzugänge Drew Paris (DEG), Maik Blankart (Duisburg/Köln) und Marco Schütz (BiBi). Rein zahlenmäßig hat die Abwehr damit mehr verloren als hinzugewonnen; doch fairerweise muss man eingestehen, dass die Anzahl der Defensivspieler letztes Jahr nur wegen der vielen Verletzungen auf insgesamt 10 Verteidiger gestiegen ist. Aus dem Vollen schöpfen konnten die Trainer zu keinem Zeitpunkt. Somit hinkt dieser Zahlenvergleich selbstredend, zumal für 14/15 ja auch noch Zugänge durch Förderlizenzen angekündigt wurden.

Qualitativ können die Abgänge Versteeg/McMonagle damit wohl ausgeglichen werden. Ich möchte hier zwar keine direkten Vergleiche anstellen (kann ich auch gar nicht da ich ja keine Ahnung habe... siehe weiter oben!), doch nimmt man mal die Clubs als Hilfestellung von denen die Neuzugänge kommen, dann sollte mit Düsseldorf, Bietigheim und (sehen wir es mal positiv und nehmen den FöLi-Einsatzort von Blankart) Köln relativ gute Adressen hinter den Namen stehen. Alles in allem also wieder mindestens ein „gleichbleibend" und sicher keine Verschlechterung zur Vorsaison.

Kommen wir zum Angriff. Hier haben wir schon einige „Granaten" verloren. Pinizotto, Carnevale, Dorr und mit Abstrichen auch Lavallee (ich mag ihn einfach! Schon wegen der Stimmung beim La-La-Lavelle). Auch Dennis Reimer hatte gute Spiele. Den Abgang von Taylor Carnevale bedaure ich am meisten, doch war er wohl am wenigsten zu halten. Die Gründe liegen da aber weit abseits seiner gezeigten Leistung... Eigentlich hatte ich schon im Januar damit gerechnet, dass er noch in der vergangen Saison die Zelte in Bad Nauheim abbrechen würde. (naja... meine Prognosen halt wieder...). Aber dass er ausgerechnet nach Frankfurt gehen musste… Hm, groll – wenn da nicht auch ein bisschen die „Retourkutsche" von Papa Frank mitgeholfen hat…?!?!? Aber sei’s drum. Wir sind hier im Profisport und da muss man mit solchen Dingen einfach leben – genau wie mit der Tatsache, dass Matthias Bergmann dieses Jahr nun plötzlich in Kassel spielt. Bei den Zugängen haben die Roten Teufel aber nicht die Schlechtesten eingekauft. Max Campbell haben wir alle in den Playdowns gesehen. Er ist eine echte Verstärkung. Frosch und Aab haben einen hervorragenden Ruf zu verteidigen und auch bei diesen beiden sollten wir hoffentlich einen guten Griff getan haben. Bleibt noch Sven Gerbig. Auch er ist als echter Nauheimer immer willkommen. Doch seine Stärken kann ich persönlich im Augenblick überhaupt nicht einschätzen. Als er die letzten Spiele für Nauheim machte, war er eine tragende Säule der Mannschaft. Aber das war vor sechs Jahren und eine Klasse tiefer...

Alles in allen würde ich erwarten, dass sich das Teufels-Team 14/15 leistungsmäßig hinter dem von 13/14 nicht zu verstecken braucht. In diesem Jahr gilt es in der Vorrunde Platz 10 zu erreichen; oder anders gesagt: vier Clubs müssen hinter uns bleiben. Als Kandidaten ich erwarte dafür Crimmitschau, Kaufbeuren, Weißwasser und Kassel. Aber in jedem Jahr gibt es Überraschungsteam; sowohl im negativen wie im positiven Sinne. Dennoch muss das Ziel dieser Saison sein den Klassenerhalt über die Playoff/Pre-Playoff und nicht wieder über die Playdowns zu erreichen. Ein bisschen Fortschritt sollt halt schon sein!

Wie unsere Mannschaft in der Saison abschneidet wird sicherlich auch wieder etwas davon abhängen, ob in diesem Winter das Verletzungspech mal etwas wenige stark bei uns vorbeischaut. Letzte Saison war es einfach zu viel, was da zu verkraften war. Und nicht zuletzt wird es darauf ankommen wie unser neuer Trainer die Mannschaft einstellen kann, denn auf dieser Position ist wohl die stärkste Veränderung zu verzeichnen. Nach Frank Carnevale nun Petri Kujala - das ist eine 180° Gradwende, die hier in der Geschäftsführung gemacht hat; zumindest wenn man das Naturell der beiden Übungsleiter miteinander vergleicht.

Nun - es wird mit Sicherheit ein sehr interessantes Eishockey-Jahr werden. Und zum Auftakt wird endlich etwas kommen worauf ich persönlich schon lange gewartet haben:  Die „Nauheim Hall of Fame"! Wir hatten schon so viele tolle Spieler hier in Bad Nauheim und nun werden endlich die ersten drei in diese Ruhmeshalle einziehen. Ich finde das richtig gut. Und die  drei Cracks, die es nun als erste schaffen haben es wahrlich verdient. Wer es ist? LOL - abwarten und ins Stadion kommen, dann kriegt ihr es mit…

Ja – so langsam steigt bei mir die Vorfreude richtig, selbst angesichts dieses „Sauwetters"…

 
 

27. Juli 2014

 
 
 
 
 
 

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