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Neuordnung der Eishockey-Ligen

Artikel
 

Ein Vorschlag zur Neugliederung der deutschen Eishockeyligen


Die Neustrukturierung der Oberliga ist momentan ein brandheißes Thema. Auf und ab diskutiert man neue Möglichkeiten. Gerade heute berichtet die WZ wieder über einen Vorschlag von Landshuts Manager Bernd Truntschka. Bei allen Vorschlägen gibt es jedoch nur eine einzige Übereinstimmung: Es muss sich etwas ändern!

Warum sich etwas - und vor allem WAS sich ändern soll, ist jedoch nicht bei allen Club einheitliche Meinung. Hauptsächlich die bayerischen Vereine pochen auf die Teilung der Liga, die von der ESBG schon seit Jahren versprochen, der Realität ins Auge sehend aber jedoch Jahr für Jahr verschoben werden musste. Dass es in absehbarer Zeit hier zu einem großen Rundumschlag kommen wird, ja kommen muss, ist jedoch fast unabdingbar. In vielen Vereinen kriselt es nicht nur, wirtschaftliche Zusammenbrüche, Insolvenzen und Rückzüge sind seit Jahren in allen Profi- und Semi-Profiligen des Deutschen Eishockeys, von der DEL bis in die Oberliga, an der Tagesordnung. Alleine im letzten Jahr war durch die Bank weg mit den Duisburger Füchsen (DEL), dem EC Bad Tölz( 2. Bundesliga) und den Blue Lions Leipzig (Oberliga) jede Profiliga betroffen. Doch definieren diese drei Vereine sicherlich nicht das komplette Spektrum der wirtschaftlich angeschlagenen Vereine. In Nürnberg und Kassel schrillten in der DEL bereits heftig die Alarmglocken, in der 2. Liga weigerte sich Bietigheim sein Aufstiegsrecht anzunehmen und in der Oberliga strichen gleich einige Clubs die Segel, um ihr Heil in der Landesliga zu suchen.

Es ist also wirklich Zeit sich Gedanken zu machen was man an der gesamten Struktur ändern kann. Blauäugig wäre es zu denken, mit dem Umbau der Oberliga von einer eingleisigen Drittliga in eine regional ausgerichtete Ligenlandschaft, wäre das Problem beseitigt. Das Übel sitzt viel tiefer und betrifft meiner Meinung nach die komplette Struktur, wie Eishockey in Deutschland aufgeteilt ist.

Die mehr oder weniger geschlossene Gesellschaft der DEL, eine zu stark dimensionierte 2. Bundesliga und – natürlich auch – die eingleisige Oberliga orientieren sich nicht an den Bedürfnissen der Clubs, sondern resultieren aus einer aus der Not heraus geborenen Historie. Eine flächendeckende Reform angefangen von DEL bis hinunter in die Oberliga wäre dringend notwendig, um einiges gerade zu rücken, was seit Jahren im Argen liegt.

Dabei ist es unbestreitbar, dass sich die hohe Kunst des deutschen Profieishockeys nur noch in den Großstädten  unseres Landes aufrechterhalten und weiter entwickeln kann. Doch müssen es 15 Club in der DEL sein? Dass Deutschland nicht das Potential hierzu hat, liegt offen auf der Hand. Ausländische Cracks spielen auch in der DEL die Musik. Wäre es da nicht richtiger eine gesunde Ligen-Pyramide ins Leben zu rufen, die den deutschen Möglichkeiten und Gegebenheiten Rechnung trägt? So könnte der Profibereich mit DEL und 2. Bundesliga vom Amateurbereich mit Oberligen und Landesligen getrennt werden.

Die Zusammensetzung der Profiligen könnte beispielsweise so aussehen: eine DEL mit 12 Clubs, zwei Bundesligen mit jeweils 10 Clubs als Unterbau, aufgeteilt in Süd (einschließlich Baden Württemberg)  und West/Ost/Nord (WON). Das würde Summa Summarum 32 Clubs ergeben. Die Oberliga, als oberste Amateurklasse, könnte sich dann regional in 4 Staffeln (Süd, West, Nord und Ost) gliedern und unter der ESBG als Bindeglied zum Profieishockey fungieren.

Rechnet man die augenblicklichen Profi/Semiproficlubs zusammen (DEL [15] + 2. Liga [14] + OL [11] = 40) und zieht nach Berücksichtigung ihrer Wünsche (Bayerischen Oberliga) die bayerischen OL-Clubs [8] wieder ab, so kommt man exakt auf die Zahl 32.

Dass sich das rein rechnerisch so perfekt ergeben würde, heiß natürlich nicht, jeder Club unterschiebe diesen Vorschlag mit wehenden Fahnen. Im Einzelfall täten sich ganz sicher erhebliche Einwände auf. Dennoch, eine Überlegung wäre es allemal wert. Nicht zuletzt würde dies auch dem lange vorgetragenen Wunsch der Nationalmannschaft nach einer kompakten Erstliga mit den besten deutschen Spielern Rechnung tragen.

Grundvoraussetzung für ein solches Konzept wäre einerseits die Schaffung einfacher und nachvollziehbarer Kriterien, wo sich die einzelnen Clubs einordnen ließen. Dazu aber etwas weiter unten mehr. Hier zunächst ein paar Gedanken, wie die sportliche Attraktivität einer solchen Ligenstruktur gewährleistet werden könnte. Mein Vorschlag heißt „vertikale und horizontale Verzahnung“. Zum einen sollte man unbedingt wieder zur „vertikalen“ Verzahnung – von der untersten Amateurklasse bis zur DEL – zurückkehren. Sportliche Aufsteiger müssten nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht haben, ihre Aufstiegsoption wahrzunehmen. Somit wäre jeder Club dazu verpflichtet sich analog zu seiner sportlichen Möglichkeiten auch wirtschaftlich auszurichten. Wer oben mitspielen will muss auch das nötige finanziell das nötige Umfeld bereitstellen.

Mit „horizontaler Verzahnung“ meine ich, dass sowohl die beiden zweiten Ligen als auch die 4 Oberligen während der entscheidenden Phasen der Saison zu gemeinsamen Runden zusammenfinden müssten. Nur so kann man echte Aufsteiger aus einer Klasse in die nächsthöhere Liga ermitteln. Das Konzept habe ich weiter unten bei der Erläuterung der einzelnen Ligen ganz konkret ausgeführt.

Die bereits genannte vertikale Verzahnung der Ligen, könnte gerade im Eishockey mit seinen Play Off Regelungen auf recht attraktive Art und Weise realisiert werden. Geht man davon aus, dass in jeder Liga Play Offs stattfinden und für die nichtqualifizierten Clubs entweder die Saison beendet ist oder aber unattraktive Abstiegsrunden ausgetragen werden, so könnte man genau hier ansetzen, um dies für alle Seiten attraktiver zu gestalten. Durch Teilnahme der Abstiegskandidaten an den Play Offs der nachfolgenden Liga könnten sich beispielsweise ambitionierte Zweitligisten mit DEL-Clubs oder aufstrebende Oberligisten mit Zweitligisten messen. Als gewünschte Nebeneffekte sollten sportliche Einbrüche für eventuelle Aufsteiger in der kommenden Saison (wie beispielsweise gerade in der 2. Liga von den Hannover Indians vorexerziert) unterbunden werden.

In allen Ligen sollte man sich auf vernünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen einigen, die Regelungen zu Themen wie

·         Anzahl der Kontingentspieler
·         Höhe des Saisonetats
·         Gehaltsobergrenze für Spieler (salary cap)

festlegen. Dies würde den Rahmen für wirtschaftliches Handeln der Clubs stark vereinfachen. Weniger Risiko zögen weniger Hasardeure nach sich und bedeuteten für alle Beteiligen bis hin zu den Spielern und Zuschauern mehr Sicherheit.

Bevor hier nun die einzelnen möglichen Ligen ganz konkret beschrieben werden, noch ein Wort zu deren Zusammensetzung. Wie oben gezeigt, sind rein numerisch exakt 32 Profimannschaften im deutschen Eishockey involviert. Um diese auf die vorgeschlagenen Ligen zu verteilen, könnte die „Ewigenliste der DEL“ herangezogen werden. Natürlich wäre auch eine Übergangszeit denkbar, in der man sportlich die Qualifikationen zu den Ligen ausspielt. Das wäre vielleicht gerechter, doch für eine solche Quali wäre es erneut unsagbar schwer einen akzeptablen Modus zu finden. Deshalb sind in den unten folgenden Aufstellungen die aktuellen Ligenbesetzungen herangezogen worden. Wie beim Fußball wurde dabei die Grundregel eingehalten, dass ein Club nicht zwei Vertreter in benachbarten Ligen haben kann.  Natürlich kann man als Fan über fast jeden Club streiten: Warum gerade der und nicht dieser?

Objektiv betrachtet gibt es jedoch für meine Auffassung nur 2 Kandidaten wo man wirklich ein Fragezeichen dahinter setzen muss. Ratet mal welcher Club da dabei ist…

Und so könnten die Ligen und ihre Austragungsmodi aus heutiger Sicht (Stand Oktober 2009; klar, dass sich hier über die Jahre die Namen der Clubs ändern können) aussehen:

 
 

1. Liga:
Name:                    Deutsche Eishockey Liga (DEL)
Clubs:                    12
Kontingentspieler:  je 10 pro Club
Rundenmodus:      eingleisig; Doppelrunde = 44 Spiele
Meisterschaft:        DEL01 – DEL 08: PO Bof7
Abstieg:                 DEL11 und DEL12 nehmen an Buli-POs teil
=>Pflichtspiele:      min =44; max = 65


2. Liga:
Name:                    Bundesliga (BuLi)
Clubs:                    2 Staffeln (Staffel Süd/West und Staffel Nord/Ost) a 10 Teams
Kontingentspieler:   je 5 pro Club
Rundenmodus:       Einfachrunde = 18 Spiele in jeder Staffel
Danach Platzierungsrunde S1 – S5 plus N1 – N5 (= 10 Clubs) unter Mitnahme der gegen die Mitwettbewerber gewonnenen Punkte als weitere Einfachrunde (= 18 Spiele)
Meisterschaft:        DEL11, DEL12 + BuLi1 – BuLi6 PO Bof5;
Aufstieg:                2 Finalteilnehmer sind für DEL qualifiziert
Abstieg:                 nach Abschluss der Einfachrunde spielen S06 – S10 sowie N06 – N10 unter Mitnahme der gegen die Mitwettbewerber gewonnenen Punkte eine Doppelrunde (= 16 Spiele). Die jeweils Letzten der S bzw N Staffel nehmen an den PO der OL teil.
=>Pflichtspiele:      min = 34; max = 51


3. Liga:
Name:                    Oberliga (OL)
Clubs:                    4 Staffeln (Staffel Süd, West, Nord und Ost) a 10 Teams
Kontingentspieler:   je 2 pro Club
Rundenmodus:       Einfachrunde = 18 Spiele in jeder Staffel
Danach 2 Platzierungsstaffeln
SW: S1 – S5 plus W1 – W5
NO: N1 – N5 plus  O1 – O5
Jeweils unter Mitnahme der gegen die Mitwettbewerber gewonnenen Punkte als weitere Einfachrunde (= je 18 Spiele)
Meisterschaft:        BuLi-S10 + SW1 – SW7 und BuLi-N10 + NO7 – NO1 jeweils PO Bof5;
Aufstieg:                2 OL-Meister sind für BuLi SW bzw NO qualifiziert
Abstieg:                 wird mit Landesverbänden geregelt
=>Pflichtspiele:      min = 36; max = 51

 
 

So könnten die Ligen aussehen:

Deursche Eishockey Liga (DEL):

1.     Adler Mannheim
2.     Kölner Haie
3.     EisbärenBerlin
4.     Nürnberg Ice Tigers
5.     Krefeld Pinguine
6.     Frankfurt Lions
7.     DEG Metro Stars
8.     Augsburg Panthers
9.     Kassel Huskies
10.  Hannover Scorpions
11.  Iserlohn Roosters
12.  Ingolstadt Panthers

 
 

Bundesliga Süd

1.    Straubing Tigers
2.    EHC München
3.    ESV Kaufbeuren
4.    Bietigheim Steelers
5.    Schwenningen Wild Wings
6.    Ravensburger Tower Stars
7.    SC Riessersee
8.    Heilbronner Falken
9.    Wölfe Freiburg
10.  Landshut Cannibals

Bundesliga Nord

1.  Grizzly Adams Wolfsburg
2.  Hamburg Freezers
3.  Dresdener Eislöwen
4.  Lausitzer Füchse
5.  Eispiraten Crimmitschau
6.  Pinguins Bremerhaven
7.  Hannover Indians
8.  Herne EV
9.  EHC Dortmund
10. EC Bad Nauheim

 
 

Oberliga Süd

1.   Deggendorf Fire
2.   EV Füssen
3.   EHC Klostersee
4.   EV  Landsberg
5.   TSV Miesbach
6.   Passau Black Hawks
7.   EC Peiting
8.   SB Rosenheim
9.   EC Bad Tölz
10. ERV Schweinfurth

Oberliga West

1.   Duisburger Füchse
2.   JEC Königsborn
3.   Dinslakener Kobras
4.   EHC Neuwied
5.   Ratinger Aliens
6.   Moskitos Essen
7.   EC Troisdorf
8.   EHC Zweibrücken
9.   Stuttgart Rebels
10. Bad Liebenzell Black Hawks

Oberliga Nord

1.   Harzer Wölfe
2.   Adendorfer EC
3.   EHC Timmendorf
4.   Hamburger SV
5.   Crocodiles Hamburg
6.   Jets Langenhagen
7.  Wedemark Farmers
8.   Pferdturm Towers
9.  Weser Stars
10. Salzgitter Ice Figthers

Oberliga Ost

1.   Blue Lions Leipzig
2.   Piranhas Rostock
3.   Saale Bulls Halle
4.   Black Dragons Thüringen
5.   ECC Preußen Berlin
6.   EHV Schönheide
7.   Tornado Niesky
8.   FASS Berlin
9.   Jonsdorfer Falken
10. Wild Boys Chemnitz

 
 

17. Oktober 2009

 
 
 
 
 
 

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