Tecks Spielwiese

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2017/2018

Saisonchroniken > 2010er Jahre
 

Crowd- und Rüben-Verein

 
 

Als mit der letzten Schlusssirene am 24. März 2017 der Klassenerhalt gegen Crimmitschau unter Dach und Fach gebracht war, hofften viele nach dem Sommer endlich wieder einmal eine Saison mit erheblich weniger Sorgenfalten erleben zu dürfen. Genügend Stimmen waren laut geworden, dass man - sollten die Vorzeichen für die neue Runde sich nicht massiv ändern - angesichts der unattraktiven Spielweise keine Dauerkarte mehr ordern wolle. Es dauerte aber nicht lange, da war klar: Auf den Entscheiderpositionen bleibt alles beim Alten und somit, im Großen und Ganzen, auch die sportliche Ausrichtung! Einzig Matze Baldys bekam als neuer Team-Manager einen größeren Einfluss auf die Zusammenstellung der Mannschaft.

Der Sommer brachte dann vor allem eine andere Überraschung: ein zweites Crowdfunding-Projekt! Nachdem man damit in der letzten Saison hervorragende Erfahrungen gemacht hatte, wurden die EC-Anhänger innerhalb eines Jahres gleich noch einmal gebeten ihre Geldschatullen zu öffnen. Diesmal war die schon bei der letzten Sammelaktion angekündigte LED-Videowand Ziel der Bemühungen. Unter dem Motto „Wir zählen auf Euch!" sollten dafür 22.222,00 € als fehlender Restbetrag aufgetrieben werden; den Hauptanteil steuerte ein Sponsor bei. Der ein oder andere rümpfte dabei doch etwas indigniert die Nase; andere nahmen es gelassen und frotzelten - teils sehr kreativ - im Forum darüber. So auch TeufelskuEChe-User „Morris", der im Juni davon sprach, dass die selbsternannten „Rübenbauern" sich so langsam aber sicher zu einem „Crowd- und Rüben-Verein" mauserten. Ein geniales Wortspiel!!! Und so brachte es dieser Geistesblitz auch in den Titel der diesjährigen Chronik; Danke Maurice!
:-)

 
 
 
 

Sie alle zählten auf uns – und bekamen natürlich das Geld auch zusammen: Die beiden Fanbeauftragten Franzisco „Siggo" Lucio Tippmann und Thomas Neumann, Spieler Harry Lange, Gesellschafter Martin Schröer, Geschäftsführer Andreas Ortwein und Crowd Funding- Projektleiter Tim Talhoff (Foto aus Crowd Funding Werbevideo)


 
 

Nauheimer Fans sind ausgesprochen leidensfähig und können sehr labil in ihren Versprechungen sein.  Als die Sonne sich anschickte jeden Gedanken an Eishockey zu verdrängen, wurde zum einen das Projekt erfolgreich beendet, der EC konnte das gewünschte Geld und sogar etwas mehr einstreichen, und auch der Blick auf den Dauerkartenzähler zeigte, dass die oben erwähnten Ankündigungen nicht wirklich ernst gemeint waren. Die Zahl der Bestellungen bewegte sich in „normaler Größenordnung" und landete im September bei ähnlich vielen Karten wie schon im Jahr zuvor. Die letzte Veröffentlichung  ergab 810 Dauerkarten (gegenüber 831 in der Vorsaison). Die neue Mannschaft hatte wohl auch ihr Scherflein dazu beigetragen, denn der Trend ging eindeutig Richtung amerikanisch/kanadisch geprägter Teamausrichtung.

Peu à peu kristallisierte sich ein Bild der neuen Roten Teufel heraus. Im Tor ersetzte Felix Bick von der Düsseldorfer EG Mikko Rämö. Die Fans hatten ihn von seiner Förderlizenz-Zeit noch in sehr angenehmer Erinnerung und begrüßten diese Verpflichtung daher außerordentlich. Jan Guryca sollte weiterhin als Back-up fungieren, musste jedoch letztendlich wegen einer langwierigen Verletzung aus der letzten Saison passen. So verpflichtete man Ansgar Preuß von den Hannover Indians und sicherte sich zusätzlich die Dienste von FöLi-Spieler Timo Herden; im letzten Jahr noch meist im Rosenheimer Tor zu finden. Die Kontingentspielerfraktion mit den Kanadiern James Livingston, Cody Sylvester (beide vom Dornbirner EC) und Mike McNamee (Syracuse Crunch) wurden durch US-Boy Eric Meland vom HC Nitra ergänzt. Aus der DEL kamen Noureddine Bettahar (Iserlohn Rooster) und Alex Trivellato (Schwenningen). Letztere allerdings mit einer Ausstiegsklausel, dass der italienische Nationalverteidiger mit deutschem Pass zurück in die DEL wechseln könne, sobald sich dort ein Interessent fände. Mit Daniel Stiefenhofer (Regensburg) und Nico Kolb (letztes Jahr vom EC an Leipzig ausgeliehen) stießen zwei Oberligaspieler zu den Kurstädtern. Sein ebenfalls im letzten Jahr ausgeliehener Kollege Maurice Keil, wechselt auch zurück nach Bad Nauheim, fand aber noch vor Saisonbeginn in Crimmitschau eine neue (Leih-)Heimat.

Ergänzt wurde die Mannschaft um Eigengewächs Garret Pruden, der aber gleichzeitig noch für die Kölner U19 Mannschaft in der DNL eingesetzt wurde und somit nur sporadisch im Team der Roten Teufel auftauchen sollte. Verlängert wurde auch die Kooperation mit der Düsseldorfer EG, sodass mehrere FöLi-Spieler lizensiert werden konnten. Zu ihnen gehörten Stürmer Leon Niederberger, Goalie Timo Herden und Verteidiger Nicklas Mannes. Dazu sprang ganz zuletzt Marvin Ratmann vom KEC als FöLi auf den EC-Zug, nachdem der bereits fest eingeplante Manuel Edfelder kurz vor Saisonbeginn seinen Kontrakt mit der DEG – und somit auch den FöLi-Status – auflöste, um als DEL2-Spieler für die Tölzer Löwen aktiv zu werden.

Die Pre-Season-Spiele verliefen im August und September allesamt recht ordentlich. Von acht Partien konnten sechs gewonnen werden, darunter auch das Gastspiel in Dresden beim Ligakonkurrenten Eislöwen. Die beiden Niederlagen fanden auswärts in Heilbronn (7:5) und Duisburg (6:5) statt. Gut, die meisten Vorbereitungsgegner waren Oberligisten, aber dennoch machte sich eine gewisse Vorfreude auf die neue Spielzeit unter den Fans breit. Einziger Wermutstropfen, Eric Meland verletzte sich noch in der Vorbereitung und sollte für mehrere Wochen ausfallen. Doch lobenswerter Weise reagiert man beim EC umgehend und verpflichtete – zunächst bis zur Länderspielpause im November – den Finnen Esa Lehikoinen.

So startete am 15. September die Punktrunde für die Roten Teufel mit einem Heimspiel. Die neue Videowand war zu diesem Zeitpunkt jedoch ebenso wie das angekündigte High-Speed-WLAN noch nicht verfügbar. Beides sollte aber in Kürze installiert sein. Gleich zum Auftakt gab es ein äußerst spannendes Match gegen die Heilbronner Falken. Mit einem glücklichen aber verdienten 3:0-Sieg eroberten die Kurstädter sogar die Tabellenführung nach dem ersten Spieltag. Dies war gewiss weder ein Fingerzeig noch ein Maßstab für die Saison, das wusste jeder, aber es weckte Hoffnungen bei den Fans und Selbstvertrauen bei den Spielern. Auch wenn die Mannschaft in nur sechs Spieltagen von Rang 1 runter auf Platz 8 durchgereicht wurde, tat dies dem Optimismus keinen Abbruch, denn das Team spielte „Bad Nauheim Hockey" mit Leidenschaft, hielt alle Spiele knapp und Siege und Niederlagen hielten sich die Waage.

Den ersten Tiefschlag erhielten die Teufel in Dresden, wo man noch in der Vorbereitung mit 4:3 die Oberhand behalten hatte. Mit der Niederlage konnte man zwar leben, aber ein 6:1 hätte es nicht gerade sein müssen. Doch war dies bereits am nächsten Spieltag Schnee von gestern, denn im ersten Hessenderby der Spielrunde fegte Bad Nauheim die Huskies aus Kassel in einem begeisternden Spiel mit 5:3 vom Eis. Als man darauf im nächsten Match auch die bisherige Überraschungsmannschaft aus Crimmitschau 6:1 deklassierte, war die rot-weiße Welt wieder in tadellosem Zustand. Tabellenrang 4 war ein herzeigbares Zwischenfazit und niemand glaubte, dass diese Mannschaft rasch wieder abrutschen könnte.

Schlecht - ach was, grottenschlecht(!) - war zu diesem Zeitpunkt nur das Powerplay-Spiel der Roten Teufel. Ligaweit (und wohl auch ligaübergreifend) hatten sie hier mit Abstand die blamabelste Statistik. Und das auch ganz zu recht, denn jedes zahlenmäßiges Übergewicht verpuffte angesichts hanebüchener Fehlpässe, unzureichendem Druck und fehlender Torschüsse. Es war jedes Mal ein Trauerspiel allerersten Ranges.

 
 

Kaiserwetter in Garmisch beim Einzug der Nauheimer Fans (Fotos privat)

Dass man in Bad Nauheim gerade in dieser Disziplin selten zu den Besten gehörte, ist allgemein bekannt, aber die Schwäche zu Anfang der diesjährigen Saison war schon eklatant. Sie sollte sich im Laufe der Saison verbessern, aber erst gegen Ende der Hauptrunde wirklich akzeptabel werden.

Mitte Oktober rollte ein Sonderzug nach Garmisch und verwandelte das Olympiastadion in eine Heimarena für die Kurstädter. An diesem Abend aber waren die Werdenfelser den berühmten Tick besser und so unterlag man unter der Zugspitze trotz guter Leistung mit 3:2. War diese Niederlage noch verschmerzbar, so tat das gleiche Ergebnis in Freiburg, einen Spieltag später, doch schon etwas weh, auch wenn es „nur" eine Niederlage nach Verlängerung war.

 
 

Besser lief es gegen die Löwen aus Frankfurt, auch in dieser Saison einer der ganz großen Meisterschaftsfavoriten. Der ungeliebte Nachbar wurde mit 2:1 nach Verlängerung in die Schranken gewiesen. Noch einmal hatte man eine tolle Leistung gezeigt, doch sollte dieses Spiel am 22. Oktober für lange Zeit das letzte gewesen sein, bei denen die Zuschauer zufrieden nach Hause gingen.

Was folgte war eine rabenschwarze Serie. In 15 Spielen bis zur Saisonhalbzeit sollten nur noch 5 Siege gelingen. Teilweise deprimierende Niederlagen in Heilbronn, Kaufbeuren, Bayreuth und Kassel sowie unerwartete Heimpleiten gegen die Lausitzer Füchse und Freiburg brachten die Volksseele in Aufruhr. Selbst die knappen Heimsiege gegen Tölz und Kaufbeuren konnte da nicht beruhigen, denn sie entsprangen mehr glücklichen Zufällen denn geordnetem, systematischen Puckspiel. Man fragte sich wie diese anfangs so stark auftrumpfende Truppe plötzlich so desolat und verunsichert agieren konnte. War das wirklich noch das Team, dass Kassel und Frankfurt geschlagen hatte? Schuldige wurden gesucht und - zumindest von den Fans - auch ausgemacht: Vehement forderte man Köpfe. Trainer Kujala, wegen seines nicht zu erkennenden Spielsystems und Geschäftsführer Ortwein wegen seiner „Nibelungentreue" zu Kujala, mussten teilweise heftige Attacken einstecken. Ihr Rücktritt wurde im Forum unverblümt gefordert. Aber auch Spieler wie James Livingston, Dusan Frosch und Eric Meland bekamen tüchtig ihr Fett weg.

Der Tenor in den sozialen Medien war ganz klar: Es muss sich etwas ändern, sonst stehen am Ende dieser Hauptrunde weder Playoffs noch Pre-Playoffs. Selbst Forumsmitglieder, die nicht unbedingt für harsche Kritik bekannt sind, schrieben Beitäge wie: „Es ist einfach auffällig, wenn sich gewisse Dinge von Saison zu Saison immer wieder wiederholen, völlig egal, welche Spieler auf dem Eis stehen. Spieler, die zu Saisonbeginn "Bad Nauheim Hockey" zeigten, sind nur noch ein Abziehbild dessen." oder auch „Es kommt darauf an, wie sich die Mannschaft zu Beginn und wie sich JETZT präsentiert. In einem Zeitraum, wo sich andere Teams eingespielt haben und wesentlich besser als zu Beginn spielen, wird es bei uns immer schlechter statt besser."

Selbst ein neutraler Beobachter konnte sich dieser Analyse nicht vollständig verschließen. Es war offensichtlich, dass Mannschaft und Trainer extrem verunsichert waren. Dass musste wohl auch der anerkannte Fachmann Franz Steer bemerkt haben, denn in der Pressekonferenz nach der Heimniederlage gegen Dresden sprang er seinem Trainerkollegen Kujala ungefragt zur Seite und meinte: „Du kannst im Ballsaal nur mit den Mädels tanzen, die da sind, ob sie hübsch sind oder nicht!". Aber gerade das bezweifelten die Fans, denn um im gebrauchten Metapher zu bleiben, waren die „Mädels im Ballsaal des EC Bad Nauheim" anfangs durchaus hübsch, doch blätterte nun der Lack zusehends von ihnen ab. So schrieb Manuel Dietrich frustriert in einem Forumsbeitrag: „Kujala schafft es aus jedem Kanadier einen Finnen zu machen" und wollte damit sicherlich nicht die Qualität finnischer Spieler anzweifeln, sondern vielmehr ausdrücken, was viele dachten: Kujala versuchte seine Kontingentspieler in ein System zu zwängen, welches nicht zu ihrem Spielverständnis passte. So schürte man wohl ungewollt Chaos und Verunsicherung im Team.

 
 

Dem Heimspiel gegen Ravensburg ging eine 6:1-Klatsche in Kassel voraus. Sowohl Kujala als auch Ortwein lehnten sich danach weit aus dem Fenster und stellten der Mannschaft ein Ultimatum. Beide kündigten spürbare Konsequenzen an, wenn sich im nächsten Spiel nichts ändern würde. Den Olli-Kahn-Spruch vom „Eier-Zeigen" nahmen beide (wie schon letztes Jahr in gleicher Situation) in den Mund und so wurde das Ravensburg-Spiel zum „Schicksalsspiel" ausgerufen. User „Seligenstadt" fand diesen Ausdruck jedoch unpassend und meinte trocken: „Ich hätte ‚Eiertanz  gegen Ravensburg‘ aus verschiedenen Gründen besser gefunden" …

Schützenhilfe vom Trainerkollegen: Franz Steer (Dresden) verteidigt Kujala während der Pressekonferenz - was diesem sichtlich Freude bereitet (Foto: Screenshot Sprade TV PK-Video)

 
 

Es wurde ein Spiel, das man nach der Schlusssirene nicht wirklich einordnen konnte. Die Mannschaft wollte und kämpfte, doch es lief nicht rund. Weiterhin viele technische Problem, Fehlpässe und mangelnde Übersicht. Zu Beginn der Spiels hatten die Fanatics zu einem 13-minütigen Anfeuerungsboykott aufgerufen. Da außer den Fanatics ohnehin niemandem mehr danach zu Mute war das Team lautstark zu pushen, wurde dieser Boykott auch strikt eingehalten. Die Stille im Stadion war schon irgendwie gespenstig.

Dennoch konnte man die ersten beiden Drittel als „relativ ordentlich" bezeichnen, denn die Bemühungen waren deutlich zu sehen. So führten die Teufel nach 40 Minuten auch 3:2. Doch als im letzten Abschnitt schnell der Ausgleich fiel, war trotz bestem Willen jede Andeutung von Herrlichkeit wieder dahin. Müde und abgekämpft bekam man nichts mehr auf die Reihe. Spätestens jetzt hätte man sich das Schweigen der Fanatics zurückgewünscht. Doch da intonierte das letzte Häuflein Hardcore-Fans schon wieder sein „Super-Nauheim, Super-Nauheim - Hey" zu den ohnmächtigen Versuchen der Cracks in Rot-Weiß. Hm, genau in solchen Fällen wünschen sich wohl viele etwas mehr Fingerspitzengefühl bei der Auswahl der „Schlachtgesänge".

Die Niederlage nach Penaltyschießen stellte zwar eine gerechte Punktevergabe dar, half aber der aktuellen Lage Nauheims kein bisschen weiter. So fragte Geschäftsführer Ortwein denn auch ratlos: „Wem soll ich denn heute einen Vorwurf machen?", während Trainer Kujala sich selbst Mut machte und davon sprach „stolz auf sein Team" zu sein, weil es aufopferungsvoll gekämpft habe. Die vollmundig angekündigten Konsequenzen fanden nicht statt…

Wieder war dies Wasser auf die Mühlen der Kritiker Kujalas und Ortweins. Und wer weiß, ob es für die beiden nicht doch ins Auge gegangen wäre, hätte das Wochenende nach diesem Spiel dem Führungsduo nicht eine Atempause spendiert. Diese kam in Form eines unerwarteten 6-Punkte Wochenendes. Sogar auswärts, wo die Wetterauer bisher fast ausschließlich als gerngesehene Punktelieferanten auftraten, ging man als Sieger von Eis. In Crimmitschau (2:1) und zuhause gegen Riessersee (3:0) gab es Punkte, die nicht unbedingt einkalkuliert waren. Gerade gegen Garmisch zeigten die Kurstädter mal wieder Eishockey, wie es schon zu Saisonbeginn zelebriert wurde. Zug zum Tor, selbstbewusste Spielzüge und ein Quäntchen Scheibenglück ließen den Nauheimer Anhang aus aufrichtigem Herzen jubeln. Was diese beiden Spiele versprachen, konnte die Adventswochen und die spielintensive Periode um den Jahreswechsel teilweise halten. Jedenfalls wurde die Punkteausbeute nicht so schlecht, wie es viele befürchtet hatten. Jeder Niederlage folge prompt mindestens ein Sieg. Irritierenderweise kamen die Erfolgserlebnisse urplötzlich auf fremden Eis zustande. Zuhause lief es dagegen meist sehr mühsam und oft auch erfolglos.

Ganz besonders beklagte man die Heimniederlagen gegen Freiburg und Heilbronn, wo die Punkte doch eigentlich voll eingeplant waren. Das Publikum pfiff erstmals deutlich vernehmbar ihr eigens Team aus. Als Kujala dann in der Pressekonferenz mit den Worten "Die Verunsicherung der Fans ist auf die Mannschaft übergesprungen… Wir ziehen derzeit keinen Vorteil mehr aus Heimspielen…" diese Pfiffe auch noch mitverantwortlich für die schlechte Leistung seiner Mannschaft machte, schäumte der Volkszorn über.

Was man dabei aber übersah, war die Tatsache, dass die Roten Teufel noch immer auf Platz 9 rangierten und somit auf dem angepeilten Pre-Playoff-Kurs segelten. Doch Heilbronn schwang sich just in diesen Tagen zu einer völlig neuen Leistungsstärke auf und so musste man argwöhnen, dass die Falken bald die Rot-Weißen überflügeln würden. Die Angst vor einer Playdown-Teilnahme und damit sogar einem möglichen Abstieg, spukte in so manchem Kopf. Der bekannte Satz „Es gabat a Leich!" aus der Fernsehserie „Die Rosenheim Cops" hatte sich im sportlich übertragenen Sinn vor Jahresfrist an dem Traditionsclub aus ebenselbiger Stadt bewahrheitet. So etwas brauchte die hiesige Kurstadt sicherlich gar nicht. Nun, objektiv betrachtet begann sich die EC-Leistungskurve nach Weihnachten wieder etwas zu stabilisieren. Dies zeigte sich auch - wohl zum Glück für Ortwein und Kujala - in den kommenden Spielen. Man sackte zwar auf Platz 10 ab - Heilbronn zog wie befürchtet vorbei und nach Punkten davon - vergrößerte aber auch den Abstand zu Platz 11 wieder auf acht Punkte.

Und wieder waren es hauptsächlich Auswärtspartien, die dem Team Selbstbewusstsein zurückbrachten. Sah man zuhause konfuse Spiele, wie beispielsweise der 3:2-„Last Minute"-Sieg gegen Bayreuth, so schien auswärts doch die anfängliche Schwäche überwunden. Ordentliche bis gute Spiele wurden der Mannschaft in der Fremde attestiert. In Weißwasser holte man im ersten Spiel des neuen Jahres gar mit 7:0 den historisch höchsten DEL2-Sieg der EC-Geschichte, und in Dresden verlor man trotz guter Leistung sehr unglücklich nach einer 2:0-Führung mit 3:4.

 
 

Cody „Slyderman" Sylvester steuerte das 1:0 und den 3:3-Ausgleichstreffer gegen die Kassel Huskies bei. Der Sieg gab wieder Auftrieb im Kampf um die Pre-Playoffs. (Foto: Chuc)

Doch auch zuhause sollte nach dem Jahreswechsel endlich wieder einmal ein richtig gutes Spiel folgen. Was konnte geeigneter für so ein Vorhaben sein, als ein Hessenderby? Die Kassel Huskies kamen am 7. Januar gerade recht und lieferten sich mit den Teufeln ein sehenswertes, hochklassiges Match. Als Leon Niederberger nach 2:15 min in der Overtime Ex-Teufel Markus Keller den Siegtreffer in die Maschen drosch, explodierte die gebeutelte Fan-Seele. Endlich hatten über 3000 Zuschauer wieder mal Grund nicht nur zuhause zu jubeln, sondern auch aufrichtig stolz auf die Leistung ihres EC zu sein. Das noch immer stark reduzierte Team mit Ausfällen von Brandl, Pauli, Bettahar, Frosch und Kohl zeigte ein klasse Spiel und gewann mit 4:3 im 5. Hessenderby zum 4. Mal.
Als am darauffolgenden Wochenende im Heimspiel gegen Crimmitschau auch Pauli und Bettahar wieder ins Team zurückkehrten, atmeten die Eishockeybegeisterten in der Wetterau sichtlich auf.

 
 

Dass Pauli gleich das siegbringende 3:1 gegen die Westsachsen schoss, war das i-Tüpfelchen auf dem sehenswerten Spiel. Mit diesem Sieg (3:2), dem dritten von insgesamt vier im neuen Jahr, hatte man sich wieder näher an die obere Tabellenhälfte herangeschoben; acht Punkte Vorsprung auf Playdown-Platz 11 und nur sieben auf den direkten Playoff-Platz 6. Nichts war mehr im Forum über die Unzufriedenheit mit Geschäftsführer und Trainer zu lesen. Erfolg übertüncht halt so manchen Unmut! Doch wiederum objektiv betrachtet, stand man mit Platz 10 zu diesem Augenblick schlechter dar, als zur Zeit der großen Hexenjagt vor Weihnachten, als man Platz 9 innehatte.

  Was aber hatte sich seit dieser Zeit so verändert? Nun Kujala nahm eigentlich nur zwei Veränderungen an seiner Mannschaft vor. Zum einen spielte Meland seit Weihnachten nicht mehr als Verteidiger sondern als Stürmer, was einerseits die Defensive sicherer machte (Meland stürmte seit Beginn sowieso mehr, als dass er nach hinten absicherte) und andererseits den Sturm stärkte. Eric Meland ein zweiter Mark West??? So manch einer stellte sich diese Frage wohl. Die andere Veränderung war die Trennung von Sylvester und Livingston. Auch diese Maßnahme wirkte sich positiv auf das Spiel der Roten Teufel aus. Livingston blühte in den letzten Begegnungen regelrecht auf. Schade nur, dass man eine halbe Saison brauchte, um die Stärken der Konti-Spieler richtig zu erkennen und so ihre Effektivität voll anzuwenden verstand.

Am 18. Januar 2018 kam eine Nachricht ganz anderer Natur: Das Schiedsgericht über einen möglichen Auf- und Abstieg zwischen DEL2 und DEL vermeldete, dass auf absehbare Zeit noch immer kein sportlicher Aufsteiger ausgespielt werden könne. Nicht alle DEL2-Vereine, genannte wurde Bietigheim, hätten ihre Hausaufgaben richtig erledigt. Angeblich habe der Tabellenführer der Liga ein falsches Formular ausgefüllt. Eine nächste Frist wurde bis zum 31. März 2018 eingeräumt, vertragsgemäße Unterlagen einzureichen. „Es ist für uns, und ich denke auch für den Rest der Liga enttäuschend, dass es nicht geklappt hat. Das passt nicht ins europäische und deutsche Sportverständnis«, kommentierte Nauheims Team-Manager Matthias Baldys die Entscheidung. Nun ja, so langsam geht der Glaube an eine Verzahnung wohl endgültig verloren. Sicherlich ist dies nicht gut für den deutschen Eishockeysport, schon gar nicht aus Sicht der ambitionierten DEL2-Clubs. Für Bad Nauheim bedeutet es jedoch, dass Derbyspiele gegen Kassel und Frankfurt noch einige Runden Bestand haben könnten. Vorausgesetzt die Hessenkonkurrenz kauft sich nicht über den wirtschaftlichen Exitus eines Erstligisten in die DEL ein. Genau das bereitete Frankfurt aber diese Tage schon einmal durch eine offizielle Bewerbung sowie Hinterlegung von Sicherheiten vor. Sei‘s drum solange die Teufel die Klasse auch weiterhin erhalten, ist hochklassiges Eishockey in der Kurstadt gesichert.

Und genau daran zweifelte in der Wetterau so langsam keiner mehr, denn Mitte Januar setzte so etwas wie ein EC-Revival ein. Auftakt dafür bildetet ein 4:0-Sieg in Freiburg. Weitere Siege folgten mit 4:1 gegen Weißwasser und dem eminent wichtigen 1:2-Auswärtserfolg in Heilbronn. Der Knaller jedoch war ein völlig unerwarteter 3:4-Sieg beim Tabellenersten Bietigheim. Dem EC gelang mit diesem Coup etwas, was in dieser Saison noch kein anderes Team zuvor geschafft hatte, nämlich ein 3-Punkte Sieg in der EgeTrans Arena. Dazwischen lagen allerdings auch zwei Niederlagen, die schon etwas wehtaten. Zum einen gab es die erste Derby-Niederlage gegen Frankfurt in dieser Runde - das 2:6 spiegelte aber keineswegs das doch recht enge Spiel wider – und ein 6:4 in Bayreuth, wo man ebenfalls erst im letzten Drittel die Partie verlor.

Dennoch, vor den letzten zehn Hauptrundenspielen hatte man die bereits davongeeilten Falken wieder eingefangen und sogar vier Punkte hinter sich gelassen. Man stand selbst auf Platz 8 und es waren nur noch sechs Punkte bis zum heißbegehrten Platz 6, der eine direkte Qualifikation für die Playoffs bedeuten würde. Mitgeholfen hatte hier auch noch eine Entscheidung am grünen Tisch. Crimmitschau musste nachträglich drei Punkte aus dem Spiel gegen Bayreuth abgeben, da man einen nicht spielberechtigen Akteur eingesetzt hatte. Nach hinten hatten sich die Kurstädter inzwischen ein Polster von elf Punkten auf Freiburg erspielt, die sogar noch ein Match mehr ausgetragen hatten. Vieles deutete also in diesem Jahr auf die erstmalige Teilnahme an den Pre-Playoffs hin; eventuell sogar mit Heimrecht.

Bevor im Februar im fernen Pyoengchang/Südkorea die Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen antrat, kam noch einmal heftige Bewegung in den Spielermarkt. Viele Zweitliga-Clubs nutzen das Reservoir der zuhause gebliebenen DEL-Spieler, um für einen erfolgreichen Endspurt kräftig nachzurüsten. Bad Nauheim nachte hier keine Ausnahme und sicherte sich für den Rest der Saison die Dienste von Marcel Brandt, einen 25jährigen Verteidiger der DEG, der noch im letzten Jahr im Nationalteam Länderspiele bestreiten durfte. Auslöser der Verpflichtung war der plötzliche Abgang von Eric Meland nach Ungarn. Er hatte ein Angebot aus der EBEL von Alba Volán Székesfehérvár  erhalten und um umgehende Freigabe ersucht.

Auch Bad Tölz kündigte mit Johannes Huß einen Neuzugang aus Düsseldorf an, und zwar zunächst als Förderlizenzspieler. Aber…  - halt e‘ma‘  Waldemar! Ging das überhaupt? Huß war von der DEG als FöLi für Bad Nauheim benannt und zwischen Tölz und Düsseldorf gab es doch gar keine Kooperation!? Wie also sollte Huß für die Löwen spielberechtigt sein? Ortwein legte umgehend Protest ein und DEL2-Geschäftsführer Rudorisch gab ihm recht. Tölz-Chef Donbeck polterte, dass er niemanden außer der DEG und Huß fragen brauche, wenn er einen ehemaligen Jugendspieler aus Tölz in sein Team hole. Und tatsächlich schlug Tölz diesem Einspruch ein Schnippchen, indem man Huß kurzerhand als festen Neuzugang verpflichtete.

Genau gegen diese Tölzer fand am 4. Februar das nächste Heimspiel des EC statt. Es war als Familien- und Event-Game angekündigt und auf 16:15 Uhr vorverlegt worden, um auch den jüngsten Familienmitgliedern Gelegenheit zu geben sich ein Eishockeyspiel anzuschauen. Fan-Akquise sozusagen…

Sponsoren bekamen  vergünstigte Kartenpakete angeboten und machten auch regen Gebrauch davon, sodass mit einer stattlichen Besucherzahl gerechnet werden durfte. Mit Mikko Rämö hatten die Löwen gerade kürzlich unseren Ex-Goalie der letzten beiden Jahre verpflichtete und Manuel Edfelder – man erinnere sich – war schon vor Saisonbeginn aus Düsseldorf an die Isar gewechselt und uns auf diese Weise als FöLi-Spieler entzogen worden. Einschließlich Huß liefen somit gleich drei Akteure von besonderer EC-Brisanz in dieser Partie auf. Und die Partie sollte auch ein echtes Highlight werden…

 
 

Mit 3511 Zuschauern war es bis dahin der drittbeste Besuch eines Hauptrundenspiels. Von Anfang an zeigten die Rot-Weißen wozu sie heute Bock hatten: auf „Bad Nauheim Hockey"! Von Huß und Edfelder sah man nicht viel, Rämö dagegen war oft im Zentrum des Geschehens. Er schlug sich wacker, hatte aber auch zwei Szenen, die an seine schlechteren Tage in der Kurstadt erinnerten. Alles in allem ging der 6:3-Sieg völlig in Ordnung. Bad Nauheim kletterte auf Tabellenrang 7 und schon kamen die Optimisten wieder aus ihrer Deckung und träumten von der direkten Payoff-Qualifikation. So ganz unrealistisch schien dies nicht, denn der Abstand betrug nun nur noch drei Punkte und zudem: die Jungs waren urplötzlich wieder bombig drauf! Ein McNamee zauberte, ein Slaton zeigte Biss, Livingston und „Sylderman" wirbelten quirlig und gefährlich in den gegnerischen Reihen; Bick mauerte als der gewohnt sichere Rückhalt sein Tor zu und der konsequente Einsatz von vier gutbesetzten Sturmreihen sicherte den Erhalt der Kampfkraft bis in die letzten Spielminuten…

Marcel Brandt kam für den Rest der Saison von der DEG zum EC Bad Nauheim und ersetzte Eric Meland. Ein Tausch, der sich als ein wahrer Glückgriff erwies. Er brachte echte Klasse ins Spiel der Roten Teufel.  (Foto: Chuc)

 
 

Dazu kam mit Neuzugang Marcel Brandt ein Klasseverteidiger, der im zweiten Spiel seine zweite Bude für Nauheim machte; so durfte es ruhig weitergehen.

Mit 3511 Zuschauern war es bis dahin der drittbeste Besuch eines Hauptrundenspiels. Von Anfang an zeigten die Rot-Weißen wozu sie heute Bock hatten: auf „Bad Nauheim Hockey"! Von Huß und Edfelder sah man nicht viel, Rämö dagegen war oft im Zentrum des Geschehens. Er schlug sich wacker, hatte aber auch zwei Szenen, die an seine schlechteren Tage in der Kurstadt erinnerten. Alles in allem ging der 6:3-Sieg völlig in Ordnung. Bad Nauheim kletterte auf Tabellenrang 7 und schon kamen die Optimisten wieder aus ihrer Deckung und träumten von der direkten Payoff-Qualifikation. So ganz unrealistisch schien dies nicht, denn der Abstand betrug nun nur noch drei Punkte und zudem: die Jungs waren urplötzlich wieder bombig drauf! Ein McNamee zauberte, ein Slaton zeigte Biss, Livingston und „Sylderman" wirbelten quirlig und gefährlich in den gegnerischen Reihen; Bick mauerte als der gewohnt sichere Rückhalt sein Tor zu und der konsequente Einsatz von vier gutbesetzten Sturmreihen sicherte den Erhalt der Kampfkraft bis in die letzten Spielminuten… Dazu kam mit Neuzugang Marcel Brandt ein Klasseverteidiger, der im zweiten Spiel seine zweite Bude für Nauheim machte; so durfte es ruhig weitergehen.

Ein frommer Wunsch? Mitnichten - denn es ging so weiter, mit einer Ausnahme: In Kassel verlor man 5:2. Doch Dresden, Kaufbeuren und Crimmitschau, alles Gegner in unmittelbarer Tabellennachbarschaft konnten geschlagen werden und so sprang man tatsächlich am 47. Spieltag wieder über die imaginäre Demarkationslinie zwischen direkter Playoff-Teilnahme und Pre-Playoffs. Was aber fast noch wichtiger als Platz 6 war: der Abstand zu Weißwasser auf Rang 11 betrug nach dem 3:5-Sieg in Crimmitschau uneinholbare 18 Punkte. Im Klartext: der Klassenerhalt war damit gesichert.

Kaum zu glauben was die Mannschaft in diesen Tagen leistete. Denkt man zurück an die desaströsen Vorstellungen im Herbst, so spielte hier eine komplett andere Mannschaft. Mit einem Mal stand sogar die Möglichkeit eines Playoff-Viertelfinalduells gegen einen hessischen Kontrahenten im Raum. Das wäre natürlich das Sahnehäubchen auf einer abgefahrenen DEL2-Saison 2017/18. Doch noch galt es fünf Spieltage zu absolvieren. Vor der Brust hatten die Teufel Riessersee, Freiburg und Ravensburg zuhause, sowie Frankfurt und Weißwasser auswärts. Mit diesem anspruchsvollen, aber machbaren Programm ging es in die Crunchtime.

Tabellenzweiter Riessersee wurde gleich mal mit 5:2 weggeputzt bevor sich in der darauffolgende Woche der Fokus zusehends auf das internationale Eishockey verlagerte. Ein Hammer jagte in Pyoengchang den anderen. Im Achtelfinale schoss Deutschland die Schweiz mit 2:1 (n.V.) ab; einen Tag später gab‘s den Wahnsinnssieg gegen Weltmeister Schweden (4:3 n.V.) und am 23. Februar folgte ein Sahnetag allererster Güte gegen die Kanadier. Ebenfalls mit 4:3 warfen Ehrhoff, Goc, Kahun & Co die Ahornblätter aus dem Wettbewerb. Im deutschlandweiten Jubel über den Finaleinzug ging der wichtige 3:2-EC-Sieg am gleichen Abend gegen Freiburg vielleicht etwas unter, doch festigte er das Selbstvertrauen unserer heimischen Cracks erneut.

Und dann kam das Hammerspiel gegen die Russen. Erstmals in der Eishockeygeschichte stand Deutschland in einem olympischen Finale. Ehrensache, dafür um 5:00 Uhr morgens aufzustehen und die Glotze anzuschalten. Ein mitreißendes Spiel brachte Dramatik bis zum Schluss. Dabei hatten die deutschen Spieler in der 57. Spielminute beim 3:2-Führungstreffer schon die Goldmedaille um den Hals hängen, doch 55 Sekunden vor Ende schlugen die Sputniks mit einem Shorthander nochmals zu. Dem Ausgleich folgte in der Verlängerung der Sudden Death durch einen Powerplay-Treffer. Schade – aber was soll’s! Silber für Deutschland!!! Das hatten wohl vor den Spielen nicht mal die größten Optimisten für möglich gehalten. Bundestrainer Marco Sturm schaffte etwas, was auch bei den kommenden Eishockey-Generationen Kultstatus behalten wird.

 
 

So erfreulich die Nachrichten aus dem fernen Asien, so unerfreulich eine Meldung aus dem EC-Umfeld: Verteidiger Stiefenhofer würde angesichts seiner jüngsten Verletzung noch mindestens fünf bis sechs Wochen fehlen. Deshalb startete der EC eine weitere Sammelaktion, um für die Endphase dieser Saison noch einmal Verstärkung an Land ziehen zu können. 15.000€ fehlten der GmbH und sollten diesmal in nur einer Woche von Sponsoren und Fans unter dem Motto „Belohne-dein-Team" für einen Defender aufgetrieben werden. So manch einer zeigte darüber seinen Unmut im Forum, denn egal ob der EC Topleistungen zeigt oder in einer Krise steckt, eines bleibt immer gleich: Man ruft nach zusätzlichem Geld von außen!

Da lachen sie schon wieder. v.l.n.r.: Frank Mauer, Danny aus den Birken, Yannic Seidenberg und Patrick Reimer bekommen Silber.  (Foto: Screenshot Liveübertragung ARD)

 
 

Das dies auf Dauer nicht so sein sollte, ist wohl allen klar. Doch am Abend des Olympiafinales offenbarte sich wie dringend eine Neuverpflichtung sein würde. Mit Marius Erk traf es den nächsten EC-Verteidiger in Frankfurt. Löwe Matt Pistilli checkte ihn für unbestimmte Zeit ins Lazarett. Nauheim gewann zwar 3:2 in Frankfurt, verlor jetzt aber schon seinen dritten Stammverteidiger und die Transferzeit lief am Donnerstag aus...

Die Meldung kam mittwochs: Fredrik Widén, ein schwedischen Verteidiger aus Zell am See (Alps Hockey League) verstärkte ab sofort die Roten Teufel. 9.500€ wurden zuletzt als Erlös aus der Sammelaktion aufgerufen. Ob die gewünschten 15.000€ noch erreicht wurden, blieb offen. Doch liegt die Vermutung nahe, dass Fans und Sponsoren ihr Spendenfreudigkeit diesmal etwas einschränkten, denn mit der Verpflichtung wurden auch gleichzeitig die Eintrittspreise für Pre- und Playoff-Spiele veröffentlicht. Der Playoff-Zuschlag belief sich demnach nicht wie sonst üblich auf einem, sondern auf zwei Euros. Dagegen sollte der Eintritt für ein mögliches Pre-Playoff-Spiel um einen Euro angehoben werden.

Ob es überhaupt zu einem Pre-Playoff Spiel kommen würde, musste sich am letzten Spieltag der Hauptrunde entscheiden. In Weißwasser riss nämlich die tolle Siegesserie der Rot-Weißen. Mit 3:2 unterlag man den Lausitzern und hatte nun bei drei Punkten Vorsprung auf Ravensburg genau diesen Gegner zum Hauptrunden-Halali im CKS zu Gast. Von Platz sieben bis Platz 4 war für den EC noch alles möglich, das sollte doch wohl viele Zuschauer zum Besuch animieren.

Und es kamen 3312! Eine sehr ansprechende Kulisse für ein Spiel voller Dramatik, hervorragender Stimmung und Happy End für die Rot-Weißen. Die beiden Teams schenkten sich nichts und als nach 60 Minuten ein 5:3-Sieg für Bad Nauheim auf der Anzeigetafel stand, gab es tatsächlich schon wieder einige die motzten. Doch diesmal war es eher ironisch gemeint, denn der Sieg bedeutet Platz 5, da Kassel gleichzeitig gegen Bietigheim verloren und Kaufbeuren Dresden geschlagen hatte. Somit war weder der 4. Platz mit Heimrecht, noch der von vielen erhoffte Gegner Frankfurt herausgekommen. Der fünfte Platz bedeutete immerhin die beste Platzierung in der DEL2-Geschichte für die Kurstädter und gab ihnen nun neun Tage Zeit sich zu regenerieren bzw. verletzte Spieler wieder fit zu bekommen. Alles in allem ein sensationell gutes Ergebnis dieser Spielrunde!

Vier Tage bevor die Playoffs begannen, platze eine Meldung in die sportliche Verschnaufpause, mit der - zumindest zu diesem Zeitpunkt - niemand gerechnet hatte. Hitradio FFH vermeldet es zuerst: Petri Kujala werde den EC zum Saisonende verlassen! Ups!? - Genau das, was viele Fans im November/Dezember noch vehement gefordert hatten, wurde nun, nachdem sich der Vertrag des Trainers sogar durch das Erreichen des Playoff-Viertelfinals um ein weiteres Jahr automatisch verlängert hatte, zur Realität. Kujala selbst hatte mit den Worten „Ich habe das Gefühl, gerade weil wir aktuell eine tolle Saison erleben, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um etwas Neues zu versuchen" darum gebeten. Würde diese Entscheidung Auswirkungen auf den Verlauf der KO-Spiele haben? Gespannt erwartete man nun in Bad Nauheim den Beginn der Playoffs.

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Am Dienstag, den 13. März ging es endlich los, doch der Auftakt in Kaufbeuren verlief denkbar ärgerlich. Nauheim machte ein sehr gutes Auswärtsspiel, ging 2:0 und 3:2 in Führung und unterlag dennoch in der Overtime. Gerade mal 50 Sekunden waren gespielt, als die Allgäuer mit ihrem 4. Tor den Sudden Death der Kurstädter besiegelten - schade, schade, schade!!! Aber Jammern ist keine Option; am Freitag in Spiel zwei wurden die Karten neu gemischt!

 
 

Choreo der Fanatics vor dem ersten Viertlefinal-Playoff-Spiel. Da herrschte noch Pure Euphorie…   (Foto: M. Kessler)

Das CKS war zwar nicht komplett ausverkauft, aber mit 4146 Besuchen war es der zweitbeste Zuschauerzuspruch in dieser Saison. Das wohlige Kribbeln der Playoff-Atmosphäre war beim Einlauf der Mannschaft körperlich spürbar. Die Nauheimer Ultras hatten dazu wieder einmal eine sehenswerte Choreo auf die Beine gestellt, das können sie einfach! Doch vor dieser Klasse-Kulisse hatte der ESVK den besseren Beginn. Nach gut drei Minuten zappelte der Puck bereits hinter Bick im Netz. Zehn Minuten dauerte es bis Bad Nauheim das Zepter übernahm. Es brauchte einen Hammer von Marcel Brandt in Überzahl, um für die Teufeln knapp zwei Minuten vor der ersten Sirene auszugleichen. Und es sollte sogar noch besser kommen.

 
 

50 Sekunden war das zweite Drittel alt, als James Livingston goldrichtig stand und Stefan Vajs zum zweiten Mal vernaschte. Was zu diesem Zeitpunkt niemand dachte, es war bereits der Endstand! Die verbleibende Spielzeit war dennoch alles andere als langweilig. Ein ständiges rauf und runter mit verschossenem Penalty für Bad Nauheim und negativem Videoentscheid gegen ein Kaufbeurer Torschuss. Doch am Spielstand ändert sich nichts mehr. Somit glich der EC die Serie mit 1:1 aus und fuhr am Sonntag erneut mit guten Chancen ins Allgäu.

Mit Spiel drei sollte man sich in diesem Rückblick nicht allzu lange aufhalten. Nach gutem Beginn, aber zwei Gegentoren im ersten Drittel, war der Käse recht schnell gegessen. Highlights im restlichen Spiel waren ein Fight zwischen Livingston und De Paly sowie ein Bandencheck von Sylvester an Ketterer. Beides nicht besonders prickelnd, denn es schlug sich nur negativ auf das EC-Image aus. So war am Dienstag in Spiel vier nicht nur der Rückstand aufzuholen, sondern auch mit einer vergifteten Atmosphäre zu rechnen.

Doch blieb diese zum Glück aus. Dafür stellte der vierte Spieltag in der Playoff- sowie in der Playdown-Runde eine einzige große Enttäuschung für alle Heimmannschaften dar. Sie verloren ihre Spiele; ausnahmslos! Und damit traf es auch den EC Bad Nauheim! Die Teufel spielten ein gutes Drittel lang ordentlich und führten bereits 2:0 – wieder einmal, könnte man ergänzen. Doch dann schaltete das Team völlig unverständlich vom Playoff-Modus in einen wie auch immer gearteten anderen Modus zurück. Die Folge: Kämpfende Kaufbeurer kamen nicht nur zum Anschlusstreffer, sondern nach nur 17 gespielten Sekunden im letzten Drittel auch zum Ausgleich. Von da ab waren die Allgäuer dem Siegtreffer näher als die Teufel. Doch machten es die Schwaben bis in die dritte Spielminute der Verlängerung spannend. Erst da nutzen sie ein Überzahlspiel, um auch bzgl. der Tore die Heimmannschaft numerisch zu übertrumpfen. Somit hatte Kaufbeuren die Tür für den finalen Todesstoß am Freitag weit aufgerissen und ließen sich auch in ihrem Stadion die Butter nicht mehr vom Brot stehlen. Spiel fünf war zwar bis zum Ende hart umkämpf, blieb aber leider wie erwartet das Abschiedsspiel für all diejenigen, die den EC nach Ende der Saison verlassen werden. Mit einer 0:1-Niederlage n.V. endetet die so euphorisch eingeläutete KO-Runde. Wie schon zwei Jahre zuvor gab es letztendlich ein enttäuschend klares 1:4 in der Serie, was absolut nicht nötig gewesen wäre. Bad Nauheim folgte somit zusammen mit Heilbronn als erste Mannschaft den beiden Pre-Playoff-Verlierern Dresden und Ravensburg in den Club der Enttäuschten...

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Wieder liegt eine lange, öde, eishockeylose Pause vor uns… So blöd es klingt: Angesichts der guten Leistungen zum Schluss der Hauptrunde, tat das Ende diesmal mehr weh als die Jahre zuvor, wo man einfach nur froh war die „Schreckensspiele" hinter sich zu haben. Nicht wenige hatten vor den Playoffs von der Möglichkeit geträumt erstmals ins DEL2-Halbfinale einzuziehen und dabei sogar den Frankfurter Löwen eine lange Nase drehen zu können. Ein schöner, aber geplatzter Traum!

Was blieb, war eine Saison voller Emotionen; einerseits geprägt von depressiver Niedergeschlagenheit mit heftigen Zornesattacken, andererseits von totaler Euphorie und burstschwellendem Stolz auf die Farben Rot und Weiß. Geschäftsführer Andreas Ortwein nannte die Saison kürzlich eine »Riesen-Saison mit einer Vier-Wochen-Delle«. Nun ja, vom Prinzip her zwar nicht komplett falsch, aber wohl doch wieder etwas durch den „Schönfärber" gejagt. Die „vier Wochen" dauerten mindestens vom 27. Oktober bis zum 22. Dezember und die Enttäuschung am Ende der Saison war dann doch etwas zu groß, um von einer „Riesen"-Saison zu sprechen.

Um hier keinen falschen Zungenschlag aufkommen zu lassen: Es wäre sicherlich absolut ungerecht aufgrund der verkorksten Herbstmonate oder des Viertelfinal-Aus nun ein negatives Fazit zu ziehen, doch genauso verblendet wäre angesichts des hervorragenden Hauptrundenendspurts nur zu jubeln. Sportlich sowie emotional verlief diese Saison auf einer Achterbahn. Für dieses Auf und Ab gibt es eigentlich nur eine logische Erklärung: Leistungsschwankungen liegen in der Natur einer langen und intensiven Eishockeysaison! Schaut man auf andere Clubs wie Frankfurt, Bietigheim, Kassel oder auch Ravensburg und Dresden, sie alle gönnten sich ihre Schwächeperiode. Glücklicherweise lag unsere „Delle" in der ersten Hauptrundenhälfte und die Mannschaft erreichte fast zum richtigen Zeitpunkt ihren Leistungszenit. Aber leider nur fast, denn die Playoffs spielten sich dann doch wieder auf einem abfallenden Zweig ab.

Man muss konstatieren, dass der EC 17/18 so heftig wie wohl noch nie von Verletzungspech heimgesucht wurde. Ehrlicherweise muss man aber auch zugeben, dass die wochenlangen Krankenstände von Meland, Ketter, Pauli, Brandl, Kohl, Woidtke, Reimer, Stiefenhofer und Erk nicht 1:1 deckungsgleich mit unserem Tief verlaufen sind. Im Herbst war ich mir sicher, dass ein neuer Impuls nur durch den Austausch des Trainers kommen könne. Wie viele andere habe ich mich getäuscht, denn Petri Kujala hat es (Gott sei Dank!) geschafft das Ruder rumzureißen und mit (fast) den gleichen Spielern wieder schöne Erfolge zu feiern. Dass der Trainer vor den Playoffs dennoch seinen Abschied ankündigte, war schon eine Riesenüberraschung, vielleicht sogar der Knackpunkt, dass es nicht so weiterlief, wie gegen Ende der Hauptrunde!? Zumindest hat es Kujala den Fans durch das Viertelfinal-Aus leichter gemacht, nach vier Jahren Lebwohl zu sagen. Dennoch sollte man für ihn einen Dank bereithalten, denn er hatte es sicherlich nicht immer leicht in der Kurstadt. Es wird sich nun zeigen müssen, ob ein anderer die kommende Spielzeit krisenärmer und erfolgreicher gestalten kann.

Unbestreitbar hat die GmbH Ende Januar noch einen echten Coup gelandete, als man Meland gegen Brandt austauschte. Die Mannschaft bekam durch ihn einen spürbaren Leistungsschub. Brandt war Leader der Saisonendphase und hat das Nauheimer Spiel praktisch in allem verbessert; ganz besonders jedoch das zuvor mehr als dürftige Powerplay-Spiel. Leider gehören Spieler wie er nicht in den Pool aus dem Bad Nauheim seine Akteure standardmäßig rekrutiert. Könner seines Formats liegen in einer Gehaltsklasse, die für Bad Nauheim über eine ganze Saison - oder sogar länger - nicht finanzierbar ist. Nehmen wir es dankbar als eine glückliche Fügung, wenigstens in der entscheidenden Phase einen Marcel Brandt in unseren Reihen gehabt zu haben.

 
 

Ohne die finanziellen Ergebnisse der GmbH zu kennen, dürfte es in dieser Saison wirtschaftlich nicht allzu schlecht gelaufen sein. Für finanzielle Engpässe sprangen (oft genug) Sponsoren und Fans ein. Der Zuschauerschnitt hat sich gegenüber dem Vorjahr wieder gefangen (siehe obiges Diagramm) und die Besucherkurve zeigt erneut deutlich nach oben. Zwar berichtete die WZ am 20. Februar davon, dass ein mittlerer bis hoher fünfstelliger Betrag infolge des nicht erreichten Zuschauerplans während der Hauptrunde sowie den daraus resultierenden Cateringeinbußen fehle, doch ist die Aussage durch offiziell genannte Besucherzahlen ehrlicherweise nicht belegbar. Es stimmt, einige Spiele waren gesponsert – da zahlten aber Sponsoren die vielen (Frei-)Karten und hatten dabei keinen wahnsinnig großen Preisvorteil. Nebenbei bemerkt konsumieren Freikartenbesitzer wohl genauso viel oder genauso wenig wie vollzahlende Zuschauer – wenn man sie denn ungehindert konsumieren lässt!!! Doch da stehen in Bad Nauheim immer wieder zwei entscheidende Hürden davor. Zum einen erschwert die nun schon seit einigen Jahren gängige Praxis des Stadiondeckels Gelegenheits- und Auswärtsbesuchern den Getränke- und Speiseverzehr und zum anderen haben die Stände regelmäßig vor einer Verlängerung geschlossen bzw. sind ausverkauft. Doch sei’s drum, vielleicht gehört ein bisschen Lamentieren ja auch zum Geschäft, um unseren „Standortnachteil" und die „schlechten Randbedingungen" nicht aus dem Fokus zu verlieren…

Entwicklung der offiziellen Zuschauerzahlen seit dem letzten Zweitligaabstieg. Nach einem Knick im letzten Jahr ging es diese Saison wieder deutlich aufwärts. Es fehlen nur 127 Besucher bis zum Rekord in 2015/16. Bei einem erfolgreichen PO-Viertelfinal hätte man diese Lücke vermutlich schließen können.

 
 

Eigentlich haben wir im Augenblick gar nicht soooo schlechte Karten. Unser Stadion hat die langersehnte Videowand und wir haben die Playoffs erreicht. Sehr viel mehr erwarten die Fans in der Wetterau vermutlich gar nicht – sieht man mal davon ab, dass niemand sich solche Krisen wie im November/Dezember wünscht und man vielleicht auch wieder mal ein erfolgreiches PO-Viertelfinale sehen möchte. Sollte in dieser Saison finanziell dennoch ein Minus in den Büchern verbleiben, so könnte man auch mal andere Dinge überdenken, die immer wieder Geld kosten, aber nicht wirklich viel bringen; angefangen bei überflüssigen Eventtrikots - wir hatten schon Weihnachts-, Rübenbauer-, Halloween-, VfL-Nostalgie- und Playoff-Trikots (wahrscheinlich sind diese Trikots jedoch durch Weiterverkauf sogar kostenneutral!?) - über die schon oben erwähnten Behinderungen im Stadionkonsum, bis zu kostspieligen (?) Werbe- und Mediaexperten für Imagefilmchen, Logoerneuerung oder überarbeitetes Corporate Design. Wenn Geld genug für eine spielstarke Mannschaft in der Kasse ist, prima, dann - bitteschön - können auch solche Schnickschnack-Ausgaben gerne getätigt werden. Ansonsten folge ich ausnahmsweise mal dem unsympathischen Mann mit dem roten Schlips und der wasserstoffblonden Schmachttolle: „The Team First!"

Und damit will ich es auch bewenden lassen, denn nach einer solchen Saison sollte man eigentlich nicht meckern, weder von Seiten der Fans noch von Seiten der Offiziellen. Aber so sind wir „Rübenbauern" nun halt mal; obwohl – vielleicht auch grade weil – jeder mit Leidenschaft hinter den Teufeln steht, nörgelt jeder aus seiner Perspektive!

Alles in Allem hat diese Saison zu einem Großteil richtig Spaß gemacht. Und dennoch gehen wir mit leichter Unsicherheit in die Sommerpause. Es wird wohl einen spürbaren Umbruch geben, sowohl in personeller als auch finanzieller Hinsicht, das wurde bereits vor den Playoffs von der Geschäftsführung angekündigt. Ein neuer Trainer muss rasch gefunden werde, um mit ihm die neue Mannschaft aufbauen zu können. Spekulationen wer dies sein könnte, gab es schon viele. Warten wir es einfach ab und lassen uns überraschen. Es wird sicher nicht allzu lange dauern bis wir diese Personalie erfahren, denn bald wird die Dauerkartenoffensive der GmbH wieder gestartet werden und spätestens dann braucht man ein Zugpferd, um den Verkauf der Karten auch bei erhöhten Preisen anzukurbeln. Hoffen wir mal, dass a) der angekündigte Preisanstieg moderat ausfällt, damit keine Zuschauer vom Stadionbesuch abgeschreckt werden, b) der ein oder andere Leistungsträger verbleibt und c) unser finanzstarker Nachbar aus der Bankenstadt nicht wieder zu doll in unseren Reihen räubert. Auch wenn man im Forum (was ich ab Juni wohl SEHR vermissen werde!) schon schrieb man soll dies als Kompliment für die gute Arbeit in Bad Nauheim ansehen, mich stören Abwerbungen aus dem nahen Süden jede Saison aufs Neue und das schon seit 1982, als der VfL sich auflöste und große Teile der Mannschaft an den Main wechselten. Aber so ist der Sport – leider!

Für mich persönlich war die abgelaufene Saison eine ganz besondere: es war meine Fünfzigste (natürlich gratuliere ich mir ganz herzlich zum Goldenen Fan-Jubiläum J). Dazu kommt, dass es die Auftaktsaison für meinen ersten Enkel (2,5 Jahre) am Familientag gegen Bad Tölz war. Seit diesem Match spielt er mit Papa und Opa hellauf begeistert Hockey im Keller und ruft bei jedem Schuss „Nau!-heim!" Auch die ersten Gehversuche auf dem Eis hat er schon hinter sich, ein vielversprechender Einstand J! Ich hoffe und wünsche mir, dass er 2018/2019 wieder eine erfolgreiche und vielleicht sogar krisenfreie Saison erleben darf, damit er „bei der Stange" bleibt. Schließlich braucht unser geliebter „Crowd- und Rüben-Verein" am allernotwendigsten Jung-Enthusiasten!

Und damit wie immer, Euch allen einen entspannten Sommer


 
 

23. März 2018

 
 
 
 
 
 

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