Tecks Spielwiese

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2018/2019

Saisonchroniken > 2010er Jahre
 

Der Spaß kehrte zurück


Bereits zum Ende der letzten Saison stand fest, Kujala würde den Club in der neuen Runde nicht mehr trainieren. Er hatte vor den Playoffs seinen Abschied aus Bad Nauheim angekündigt. Als logische Folgerung bemühten sich die EC-Verantwortlichen als erstes um die Neuverpflichtung eines Trainers. „Stallgeruch" sollte dieser haben, las man im Forum und der Name Serge Lajoie geisterte einige Zeit durch das World Wide Web. Das wäre schon eine Hausnummer gewesen – zweifellos!


 
 

Mit ihm kam neuer Schwung in die Kurstadt: CKSChristof Kreutzer, Spitzentrainer!    (Foto: privat)


Doch es kam anders. Am 4. April 2018 meldete die WZ, dass Christof Kreutzer von der DEG das vakante Amt bei den Kurstädtern übernehmen werde – allerding stand dahinter noch ein Fragezeichen. Einen Tag später wurde die Meldung zum Fakt. Kreutzer, das Düsseldorfer Urgestein, hatte drei Jahre die DEG trainiert, war jedoch nach der Saison 16/17 dort freigestellt worden. Nun also sollte er eine Etage tiefer die Roten Teufel zusammen mit Harry Lange als neuem Assistenztrainer weiterentwickeln und möglichst in die Playoffs führen. Das war schon ein echter Coup von Andreas Ortwein und Co!

In den Fan-Kreisen des EC Bad Nauheim sorgte die Bekanntgabe des neuen Übungsleiter sofort für eine Welle der Euphorie. Ein gestandener DEL-Trainer, noch dazu einer, dem der Ruf eines sehr emotional geprägten Naturell vorrauseilte. So eine Mann sollte doch das CKS wesentlich besser rocken können, als der manchmal sehr kühl und nüchtern daherkommende Deutsch-Finne Kujala. Der Trainer war schon mal ein Star – brauchte man nur noch ein passables Team dazu und die Sache würde schon in die richtige Richtung laufen…

Nach und nach erfuhr man dann, wie sich die Roten Teufel in der anstehenden Saison zusammensetzten sollten. Jan Guryca und Jannik Woidke verlängerten ihre Verträge, Goldhelm Cody Sylvester gab die Zusage für eine weiter Saison und auch Marvin Ratmann unterschrieb noch im April. Den ersten Dämpfer gab der Wechsel von Andreas Pauli zu seinem Heimatverein Bad Tölz und natürlich der Abgang von Felix Bick nach Frankfurt. Schade, beide hätten wir gerne weiterhin hier in der Wetterau gesehen.

 
 

Noch zwei Meldungen gab es im April: Mister Zuverlässig, Steve Slaton, sollte  auch 18/19 ein Roter Teufel bleiben, wohingegen es einen anderen „Oldie", Dusan Frosch, zum Drittligisten Rosenheim in die Oberliga Süd zog.

Den umgekehrten Weg, von der Oberliga Süd in die DEL2, nahm Max Hadraschek. Der Top-Stürmer der Bulls aus Sont kannte die zweite Liga schon aus seinen Jahren beim ESV Kaufbeuren und wollte sich nun in Bad Nauheim als DEL2-Spieler etablieren. Die Frage nach dem neuen Nr.1-Torwart klärte sich auch noch im Frühjahr, denn die Verantwortlichen glaubten diesen in Jonathan Boutin gefunden zu haben. „Die beste deutsche Lösung, die es auf dem Markt gibt", urteilte Geschäftsführer Ortwein über den Transfer aus der DEL. Doch so ganz einig waren sich die Fans in dieser Personalie nicht. Sicher, Boutin hatte exzellente Referenzen aus seiner Zweitligazeit in Weißwasser, wo er zum Keeper des Jahres gewählt worden war, doch gab es auch Stimmen, die warnten, dass Boutin in Augsburg häufig nicht die Nummer eins bei den Pantern war, sondern auch schon mal längere Zeit die Bank drücken musste.

Einig hingegen war man sich als die nächste Neuverpflichtung bekannt wurde. Cody Sylvesters Bruder Dustin folgte dem letztjährigen Goldhelm aus dem österreichischen Dornbirn an die Usa. Wieder mal sollte also ein Brüderpaar in Bad Nauheim die Gegner aufmischen… und in der Tat sie sollten uns noch viel Spaß bereiten. Ebenfalls im Mai verlängerte James Livingston seinen Kontrakt und aus Essen kam Andrej Bires, ein Slowake mit deutschem Pass und gutem Torinstinkt. Nicht mehr im Kader waren zu diesem Zeitpunkt Maurice Keil und Mike McNamee. Den einen zog es in die Oberliga nach Erfurt, den anderen in die dänische erste Liga zu den Aalborg Pirates.

Neben dem Personal änderte sich auch eine ganze Menge im Stadionumfeld. Am augenscheinlichsten konnten sich die Besucher auf die neue LED-Beleuchtung über der Eisfläche freuen. Endlich sollte das langsame Hochfahren der Helligkeit vor dem Match entfallen; auf Knopfdruck erstrahlt nun das gesamte Spielfeld in hellem Licht. Weniger offensichtlich, aber für die Teams wohl auch sehr wichtig: die Modernisierung der Mannschaftskabinen. Diese und die VIP-Räume wurden dank einiger Sponsoren komplett überarbeitet und herausgeputzt. Und noch eine Neuerung: Um den Komfort auch für die Zuschauer zu erhöhen, wurde – eigentlich überfällig – Rauchverbot auf den Rängen eingeführt. Da dieses jedoch nur während des Spiels und nicht in den Pausen gilt, stinken die Klamotten nach einem Besuch im CKS auch weiterhin nach Nikotin und Teer. Schade, dass man sich hier nicht zu einem generellen Verbot unter dem Stadiondach hat entschließen können. Zu guter Letzt sei die Neuerung zur Pausenunterhaltung erwähnt. Neben Puckwerfen und Eiskunstlauf gibt es nun die Wiederholung der Drittel-Highlights auf der Videowand. So kann man sich Tore und wichtige Szenen noch einmal anschauen. Auch wenn das ganze ohne Kommentar abläuft (bei der Qualität unserer Lautsprecheranlage verständlich!), dennoch eine feine Sache für die interessierten Besucher.

Mit dem angehenden Sommer kam die Zeit der Überraschungen. Gleich drei davon sollen hier Erwähnung finden. Überraschung Nr. 1: Finalist SC Riessersee hatte sich in der letzten Saison finanziell übernommen und musste aus wirtschaftlichen Gründen die Liga verlassen. Nach Landshut, Rosenheim und lange zuvor schon Füssen, wieder einer der ganz großen bayrischen Traditionsvereine, der aus dem Rampenlicht des Profi-Eishockeys verschwand. Für die Werdenfelser durfte Absteiger Bayreuth in der DEL2 verbleiben, was nichts anderes bedeutete, als dass unser ehemaliger Trainer Petri Kujala mit seinem neuen Team wieder im Kurpark auftauchen würde. Eigentlich hatte er sich schon mit der Oberliga angefreundet, als er bei den Wagnerstädtern einen Vertrag nahe seinem Wohnort in Franken unterzeichnete. Nun also doch wieder zweite Liga.

Überraschung Nr. 2 war die Vergabe der letzten freien Kontingentstelle in Bad Nauheim. Sie ging - absolut ungewöhnlich - an einen Niederländer. Mike Dalhuisen, in Holland geboren aber schon im Knabenalter nach Kanada gewechselt und dort von der Pieke auf ausgebildet, spielte zuvor in der zweiten russischen Liga. Er sollte Chef der Teufels-Verteidigung werden. Teammanager Matze Baldys und Trainer Christof Kreutzer trauten ihm diese Aufgabe ohne Wenn und Aber zu.

Die dritte Überraschung war von sportpolitischer Tragweite: DEL und DEL2 beschlossen Ende Juli tatsächlich, dass es endlich wieder einen Auf- und einen Absteiger zwischen beiden Ligen geben solle; allerdings erst in der Saison 20/21. Sehr begrüßt von allen Clubs und auch von Fan-Seite, muss die Zukunft zeigen, ob man diesem Versprechen auch trauen kann; noch liegen zu viele Spielzeiten zwischen der Ankündigung und der tatsächlichen Umsetzung. Bad Nauheim hat bisher keinerlei Ambitionen angemeldet im Fall der Fälle eine solche Option wahrzunehmen. Frankfurt, Bietigheim, Kassel, Dresden und Ravensburg werden als mögliche Kandidaten für einen Aufstieg gehandelt, müssen die aufstiegswilligen Clubs doch schon vor der beginnenden Meistschafts-Saison 20/21 eine Sicherheit in Höhe von 800.000€ hinterlegen, um überhaupt als eventueller Meister erfolgreich in ein Lizensierungsverfahren einsteigen zu können. Weitere Punkte wie Kapazität und Beschaffenheit des Stadions sind zusätzliche Stolpersteine, die für den EC derzeit eine erfolgsversprechende Bewerbung fast unmöglich machen.

Doch liegt dieses Thema noch in weiter Ferne und erst einmal sollte das Augenmerk auf die kommende Spielrunde gerichtet werden. Anfang August stieg Bad Nauheim bundesweit zur Nummer 1 auf; allerdings nur was die Sommerhitze anbetraf. Gleich zweimal wurden genau in unserer Stadt die heißesten Temperaturen Deutschlands gemessen. Verrückte Welt!!! In genau diesen Tagen versammelte sich die neue Mannschaft erstmals um ihren Trainer, um Leistungstests und erste Schritte auf dem Eis durchzuführen. Drei Torhüter, acht Verteidiger und zwölf Stürmer trafen sich dafür in Limburg/Dietz und gewöhnten sich an die neuen, noch recht steifen Ausrüstungsgegenstände bevor es ins Trainingslager nach Süd-Österreich gehen sollte.

Erstmals durften die Fans am Auftaktspiel der Vorbereitung per kostenlosem Internet-Livestream teilhaben, denn das Spiel gegen den EC Panaceo Villach wurde vom Wörthersee direkt übertragen. Und gleich gab es einen 4:3-Sieg nach Penalty-Schießen, bei dem James Livingston sowohl das erste Saisontor für die Kurstädter, als auch den siegbringenden Strafstoß im Shootout erzielte. Noch lief sicherlich längst nicht alles rund, aber der Sieg gab Selbstvertrauen und so kam man auch nach einer anstrengenden Trainingswoche im Abschlussspiel gegen Zell am See zu einem ungefährdeten 4:0-Erfolg. Cody Sylvester erzielte dabei allein drei Tore und unterstrich, dass er auch heuer gewillt war, wieder als Anwärter für das Amt als Top-Goalgetter anzutreten.

Dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, zeigte das Auswärtsspiel in Olten/Schweiz. Hier gab es ein ernüchterndes 0:10. Nun ja, das war schon deftig, doch sollte in der gesamten Vorbereitung nur noch eine einzige Niederlage folgen. In Heilbronn unterlag man 5:2, alle anderen fünf Vorbereitungsspiele wurden ausnahmslos gewonnen. Vielen jungen Spielern hatte der EC in diesen Tagen eine Chance gegeben sich zu beweisen. Tryout-, Nachwuchs- und Föli-Spieler des neuen Kooperationspartners Herner EV durften zeigen, was sie so drauf hatten. Insgesamt sollte bis zum Ende der Saison die Wahnsinnszahl von 36(!) Spielern eine Spielberechtigung für die Roten Teufel erhalten. Damit hatte Bad Nauheim in der Saison 18/19 die höchste Lizenzierungsanzahl seiner Geschichte. Niemals zuvor war zumindest die theoretische Möglichkeit an Spielern größer als in dieser Saison… und dennoch gab es im Laufe der Runde – auch bedingt durch großes Verletzungspech beim Kooperationspartner Düsseldorf – erhebliche Engpässe zu beklagen. Als letzten Neuzugang verpflichtete man vor der Punktrunde noch Nicolas Strodel vom EC Salzburg II aus der Alps Hockey League. Yannik Mund, der als Probespieler die Vorbereitung mitbestritten hatte, bekam hingegen keinen Vertrag bei den Rot-Weißen und begann die Saison beim Oberligisten Hannover Indians.

Gleich der Saisonauftakt versprach viel Brisanz, denn zum Heimdebüt kamen die Kassel Huskies in den Kurpark. Auch in diesem Jahr wurden die Schlittenhunde als ein Top-4-Team gehandelt. Leider musste Cody Sylvester, Topscorer der letzte Saison und der sommerlichen Vorbereitung, ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel pausieren; eine Altlast aus den Playoffs gegen Kaufbeuren verhinderte seinen Einsatz. Am 14. September stieg so das lange herbeigesehnte Auftaktmatch der neuen Saison mit nur einem Sylvester, nämlich Bruder Dustin. Die meisten der 3353 Zuschauer fieberten mit den Roten Teufel, doch stand am Ende eine knappe 3:4-Niederlage auf der Anzeigetafel. Als auch das zweite Spiel in Kaufbeuren aufgrund eines desaströsen letzten Drittels deutlich mit 7:3 verloren ging und der EC auf den 12. Tabellenrang abrutschte, gab es lange Gesichter in der Kurstadt.

Der Saisonbeginn war somit absolut suboptimal verlaufen, denn von den ersten acht Spielen wurde gerade mal drei gewonnen. Das einzig erfreuliche dabei: gegen Frankfurt konnte sogar in der „Löwensauna" voll gepunktet werden. Förderlizenz-Goalie Hendrik Hane aus Düsseldorf erhielt in diesem Spiel erstmals Spielpraxis als Profi und machte seine Sache hervorragend. So hervorragend, dass er sofort zum Nr.1-Keeper der Roten Teufel aufstieg. Jonathan Boutin hatte nur vier Spiele bestreiten können, als er eine schwere Gehirnerschütterung erlitt, dem Team auf unbestimmte Zeit fehlen und im Laufe der Saison nicht mehr zurückkehren sollte. Damit unterbot Boutin sogar noch den bisherigen Minus-Rekord von Andrea Carpano als Nr.1-Torwart im Dress des EC Bad Nauheims. Dieser hatte es in der Saison 2000/01 immerhin auf sieben Einsätze gebracht. Abgesehen davon, legte der 18-jährige Hane mehr Ruhe und Ausgeglichenheit an den Tag als der erfahrene Boutin. Er strahlte eine Sicherheit für seine Hinterleute aus, die vom ersten Spiel an bemerkenswert war. Auf der Torwartposition hatte die Jugend den Routiniers somit schnell den Rang abgelaufen.

Bis zur Länderspielpause Anfang November pendelte der EC immer um die Grenzlinie zwischen Playdowns und Pre-Playoffs. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen glänzte in diesem Jahr die Liga durch extreme Leistungsdichte. Zwischen Platz 6, der zur direkten Teilnahme an den K.O.-Spielen um die Meisterschaft berechtigte, und den Abstiegsspielrängen ab Platz 11, lagen zeitweise gerade mal drei Punkte. An einem einzigen Spieltag konnte man so von einer sicherscheinenden Platzierung ins Tal der Tränen abrutschen. Zum anderen hatte der EC ein ganz besonders offensichtliches Problem: das Powerplay. Mit dem schlechtesten Erfolgswert im Überzahlspiel, standen die Roten Teufel ganz unten in der Rangliste der Special Teams. Nichts, aber auch gar nichts, klappte sobald ein Gegner auf die Strafbank musste.

Der Unmut in der Fangemeinde begann schnell zu wachsen und man zweifelte, ob diese Mannschaft in der Lage sei die Pre-Playoffs, geschweige denn die Playoffs zu erreichen. Was, wenn Hane als Torhüter nicht mehr zur Verfügung stehen würde? Und dieses Szenario war zu erwarten. Der junge Düsseldorfer tanzte nämlich auf drei Hochzeiten gleichzeitig. Als Stammtorwart der Düsseldorfer DNL-Mannschaft, als U20-Nationalkeeper und als Nr.1-Goalie des ECN. Zuviel für einen 18-Jährigen, der mitten im letzten Schuljahr und somit vor dem Abi stand? Definitiv! Und eine Rückkehr von Jonathan Boutin lag nicht in Sichtweite. Der kurzfristig als Neuzugang bekanntgegebene Keeper Florian Proske, verschwand so schnell wie er gekommen war auch wieder aus dem Team – ohne eine einzige Minute für Bad Nauheim auf dem Eis gestanden zu haben. So war Jan Guryca eigentlich der einzige Torwart im Team der Roten Teufel. Im Training konnte man noch auf Nils Flemming zurückgreifen, doch schienen diese beiden Torhüter den Stürmern das Toreschießen in den Übungseinheiten zu einfach zu machen. Was dort klappte, wollte im echten Wettkampf einfach nicht in ausreichendem Maße gelingen.

Wie immer in Bad Nauheim, wenn etwas im Argen liegt, kam Kritik an Trainer, Mannschaft und Geschäftsführung auf. Einige meinten, dass es nicht genug für einen Trainer sei, während eines Spiels mal vor Wut eine Wasserflasche auf die Bank zu donnern. Andere sahen in der Einkaufspolitik den Knackpunkt; zu viel Masse anstatt Klasse. Man hatte Anfang Oktober Verteidiger Nicolas Geitner aus dem Nachwuchs der DEG, und gerade mit Denis Shevyrin aus Iserlohn, wieder einen Verteidiger geholt, der in der DEL nicht richtig zum Zuge kam. Außerdem gab mit Huba Sekesi ein neuer Tryoutspieler seinen Einstand, während Jannik Woidke zum Konkurrenten Kassel wechselte. Viel Bewegung im Team also und ebenso viel Bewegung gab es auch in den Blöcken des EC Bad Nauheim während der Spiele. Es war offensichtlich: Auch Christof Kreutzer suchte noch nach seiner endgültigen Mannschaft.

Aber nüchtern betrachtet stand Bad Nauheim auf einem Tabellenrang, den man ihnen zu Saisonbeginn zugeordnet hatte, nämlich zwischen 8 und 10. Auch die Neuverpflichtungen machten plötzlich Sinn, da sich Mike Dalhuisen und Nico Kolb verletzten und ausfallen sollten. In meinem wöchentlichen Kommentar auf „Tecks Spielwiese" nannte ich das Ganze am 5. November ein Ergebnis-Jojo, denn es folgten zwischen dem 10. und dem 19. Spieltag in fast regelmäßigen Abständen Siege und Niederlagen, so dass man sich in der Tabelle nicht von der Stelle bewegte. Auch die WZ sprach von einem stetigen Kampf um die „Linie", gemeint war die Trennlinie zwischen Pre-Playoffs und Playdowns. Ändern sollte sich das erst nach der Länderspielpause…

 
 

Doch zunächst gab es noch ein Highlight der besonderen Art. Harry Lange, Aufstiegsheld von 2013 und treuer EC-Spieler in den vergangenen DEL2-Zeiten gab seinen Ausstand vom aktiven Hockey. Harry’s Friend vs Oberliga Meister 2013 lautete die Partie, die am 10. November im CKS stieg. Fast alle Nauheimer „Aufstiegs-Götter" waren erschienen und lieferten sich ein unterhaltsames Show-Match gegen langjährige Wegbegleiter unseres neuen Assistenz-Coachs. Thomas Ower, Brad Miller, Mike Schreiber, Josiah Anderson, Chris Stanley, Eddy Rinke… all die wohlklingenden Namen standen wieder auf Nauheimer Eis und wurden von Legendentrainer Frank Carnevale gecoacht. Eine echte Nostalgiereise in die jüngere Vergangenheit wurde hier den Fans geboten.

Und noch einen „Aufreger" gab es in der Länderspielpause.

Ein verdienter Spieler bekam sein Abschiedsspiel – Harry Lange hatte es sich über die vielen Jahre beim EC Bad Nauheim redlich verdient!  (Banner: EC-Marketing)


 
 

Gerade der Neue, Zach Hamill, brachte auch in den Angriff Beständigkeit und Qualität; vor allem aber ins Powerplay-Spiel. Was anfangs katastrophal schief ging und den EC auf den letzten Platz der Special-Team-Statistik spülte, klappte plötzlich hervorragend. Immer besser wurde der Druck, den das Team auf die Gegner bei Überzahl ausübte; herausragend dabei die Formation Hamill, Cody und Dustin Sylvester, Shevyrin und Stiefenhofer! Letztere mutierte zum PP-Toregarant – manche titulierten ihn sogar mit dem unschönen Begriff „Powerplay-Monster", denn Daniel Stiefenhofer stand immer goldrichtig im Slot und scorte in unglaublicher Art und Weise. Auch Dustin Sylvester, nun schon lange Träger des Goldhelms in der Kurstadt, drückte der Mannschaft seinen Stempel auf; zog die Fäden und organisierte das Spiel; überdurchschnittlich lange stand er regelmäßig auf dem Eis. Bires, Reimer, Kahle und die gesamt Abwehr mit Ketter, Slaton, Shevyrin sie alle zeigten mit einer brutalen Cleverness, was sie drauf hatten. Paradox: Der Kader insgesamt schrumpfte durch weitere Verletzungen von Pruden und Geitner, doch die Leistung der Mannschaft explodierte regelrecht.

Als es in den gefürchteten Weihnachtsmarathon ging – inzwischen war Dalhuisen wieder genesen und zurück im Team, wechselte sich aber als überzähliger Konti mit James Livingston in unregelmäßigen Abständen im Einsatz ab – schoben sich die Roten Teufel von den Pre-Playoff-Rängen unter die Top-Six. Woche für Woche kam unbändiger Spaß auf im CKS und die Fans überschlugen sich vor Begeisterung für das neue Kurstadthockey. Christof Kreutzer und Harry Lange hatten es geschafft und das Team haargenau dort, wo man es sehen wollte – nicht nur tabellenmäßig, sondern auch - und vor allem - vom spielerischen, kämpferischen und Cleverness Standpunkt aus gesehen.

Unvergessliche Abende gab es beim 5:0 über  die Eispiraten, dem 1:0 gegen Kassel mit nur vier Verteidigern oder dem 2:0 in Freiburg, wohin der diesjährige Sonderzug 700 Fans gekarrt hatte. Dämpfer gab es aber auch, beispielsweise in Kaufbeuren, wo man in dieser Saison irgendwie immer auf die Schnauze fiel – sogar nach einer 3:0-Führung. Doch es überwog der Jubel. Großes Kino wieder am 23. Dezember im Heimspiel gegen Dresden. 6:2 endet das Match gegen die Sachsen. Die Füchse aus der Lausitz spielte man mit 4:0 im ersten Drittel regelrecht an die Wand, musste dann aber bis zum Ende zittern. Nach nervenzerreißenden Spielminuten landeten die Teufel einen 5:3-Sieg gegen den Tabellenzweiten. In diesen Tagen lief es einfach rund. Kein Heimspiel, nach dem man nicht Euphorie geschwängert das Stadion verließ.

Und das neue Jahr begann ebenso grandios wie das alte geendet hatte. Zach Hamill verlängerte zum Jahreswechsel seine Vertrag bis zum Saisonende und blieb zur Freude der Fans Mitglied des Erfolgsteam. Freiburg wurde mit 4:0 nach Hause geschickt; es war Hendrik Hanes erstes Shutout in einem Punktspiel im Profibereich. Noch einen drauf setzte die Begegnung gegen Spitzenreiter Ravensburg. Nach einem 0:2-Rückstand im ersten Drittel fightete sich Bad Nauheim zurück und überrollt den Klassenprimus mit 6:3. Als man selbst in Frankfurt nach einem hochdramatischen Spiel ebenso die Löwen nach Verlängerung mit 3:4 schlug, war die Volksseele im 7. Eishockeyhimmel angekommen! Ligaweit war Bad Nauheim DIE Topmannschaft. Keiner hatte in den letzten 14 Spielen mehr Punkte erzielt, kein Verein - außer dem EC - hatte in Unterzahl mehr Tore erzielt als selbst hinnehmen müssen, und keiner war im Powerplay-Spiel effizienter als unsere Jungs. Mit Daniel Stiefenhofer stellte man den erfolgreichsten Powerplay-Torschützen (11 Tore) und Felix Bick wurde zum Spieler des Monats Dezember gewählt. Wo sollte das eigentlich noch hinführen? Kurzfristig, weil Bietigheim einen Spielausfall zu beklagen hatte, stand man sogar auf Platz 5, noch vor dem aktuellen Meister und Kassel; hatte nach hinten zu den Playdown-Rängen ein 20-Punkte-Polster und durfte ohne Überheblichkeit auch schon mal nach vorne schauen.

In den sozialen Netzwerken überschlugen sich die positiven Kommentare. Ein Superlativ jagte den nächsten, und dennoch schien es, als könne man jede Höchststufe noch einmal toppen. In den letzten Jahren hatte es Zeiten gegeben, da waren einige Stammzuschauer nur noch aus Treue zum Verein ins Stadion gekommen, aus reinem Pflichtbewusstsein für das Nauheimer Eishockey - jetzt geschah es aus purer Freude am Spiel der Roten Teufel. Fan des EC Bad Nauheim zu sein, war ein echter Spaßfaktor!

Mitte Januar poppte ein weiteres Thema hoch, dass die GmbH schon seit einiger Zeit forcierte. Auf dem Neujahrsempfang für Sponsoren und Pressevertreter wurden die Zukunftspläne für einen angestrebten Stadionneubau präsentiert. Geschäftsführer Ortwein und Bürgermeister Kress waren sich einig, dass es keine Alternative zu einer neuen, multifunktionalen Arena gäbe; zu hoch seien die Renovierungskosten für das alte CKS – man veranschlagte 8 Mio €. Ortwein schätze die Ausgaben für einen Neubau auf mindestens 20 Mio €. Die neue Halle einschließlich einer angeschlossenen Trainingseisfläche, müsse dem 8000-Punkte-Plan der DEL genügen, um sich nicht angesichts des kommenden Auf- und Abstiegsrechts die theoretische Chance eines Aufstiegs zu verbauen. GmbH und Stadtverantwortliche betonten unisono, dass es jetzt eine historisch Chance gäbe, ein solches Projekt erfolgreich durch die städtischen Gremien zu bringen, da es in allen Fraktionen – von Einzelpersonen abgesehen – eine durchaus positive Grundhaltung gäbe.

Das waren sehr positive Töne, die in einer zweiten Veranstaltung auch den Fans noch einmal durch Ersten Stadtrat Peter Krank und Geschäftsführer Ortwein erläutert wurden. Der eindringlichen Bitte Ortweins an die ältere Fan-Generation, sich dieser positiven Stimmung nicht aus falschverstandenen Traditionsgefühlen heraus zu verschließen, sprang Stadionsprecher Thomas Nau zu Seite: „Die Pfeiler des CKS sind nicht auf Tradition gebaut, sie stehen auf Beton und im neuen Stadion werden sie wieder auf solchem stehen. Wir müssen es schaffen die Tradition der alten Wirkungsstätte mit ins neue Stadion zu nehmen!" Eine Aussage, die den emotionalen Nerv traf und so manchem den Kopf frei machte für eine neue Zukunftsperspektive.

 
 
 
 

Anhand dieser Grafik sieht man deutlich die Leistungsexplosion (untere Kurve) nach dem 22. Spieltag. Ab Dezember ging es steil bergauf mit den Kurstädtern, was sich natürlich auch in der Tabelle (obere Kurve) widerspiegelte.  (Grafik: Teck)

 
 

Gerade der Neue, Zach Hamill, brachte auch in den Angriff Beständigkeit und Qualität; vor allem aber ins Powerplay-Spiel. Was anfangs katastrophal schief ging und den EC auf den letzten Platz der Special-Team-Statistik spülte, klappte plötzlich hervorragend. Immer besser wurde der Druck, den das Team auf die Gegner bei Überzahl ausübte; herausragend dabei die Formation Hamill, Cody und Dustin Sylvester, Shevyrin und Stiefenhofer! Letztere mutierte zum PP-Toregarant – manche titulierten ihn sogar mit dem unschönen Begriff „Powerplay-Monster", denn Daniel Stiefenhofer stand immer goldrichtig im Slot und scorte in unglaublicher Art und Weise. Auch Dustin Sylvester, nun schon lange Träger des Goldhelms in der Kurstadt, drückte der Mannschaft seinen Stempel auf; zog die Fäden und organisierte das Spiel; überdurchschnittlich lange stand er regelmäßig auf dem Eis. Bires, Reimer, Kahle und die gesamt Abwehr mit Ketter, Slaton, Shevyrin sie alle zeigten mit einer brutalen Cleverness, was sie drauf hatten. Paradox: Der Kader insgesamt schrumpfte durch weitere Verletzungen von Pruden und Geitner, doch die Leistung der Mannschaft explodierte regelrecht.

Als es in den gefürchteten Weihnachtsmarathon ging – inzwischen war Dalhuisen wieder genesen und zurück im Team, wechselte sich aber als überzähliger Konti mit James Livingston in unregelmäßigen Abständen im Einsatz ab – schoben sich die Roten Teufel von den Pre-Playoff-Rängen unter die Top-Six. Woche für Woche kam unbändiger Spaß auf im CKS und die Fans überschlugen sich vor Begeisterung für das neue Kurstadthockey. Christof Kreutzer und Harry Lange hatten es geschafft und das Team haargenau dort, wo man es sehen wollte – nicht nur tabellenmäßig, sondern auch - und vor allem - vom spielerischen, kämpferischen und Cleverness Standpunkt aus gesehen.

Unvergessliche Abende gab es beim 5:0 über  die Eispiraten, dem 1:0 gegen Kassel mit nur vier Verteidigern oder dem 2:0 in Freiburg, wohin der diesjährige Sonderzug 700 Fans gekarrt hatte. Dämpfer gab es aber auch, beispielsweise in Kaufbeuren, wo man in dieser Saison irgendwie immer auf die Schnauze fiel – sogar nach einer 3:0-Führung. Doch es überwog der Jubel. Großes Kino wieder am 23. Dezember im Heimspiel gegen Dresden. 6:2 endet das Match gegen die Sachsen. Die Füchse aus der Lausitz spielte man mit 4:0 im ersten Drittel regelrecht an die Wand, musste dann aber bis zum Ende zittern. Nach nervenzerreißenden Spielminuten landeten die Teufel einen 5:3-Sieg gegen den Tabellenzweiten. In diesen Tagen lief es einfach rund. Kein Heimspiel, nach dem man nicht Euphorie geschwängert das Stadion verließ.

Und das neue Jahr begann ebenso grandios wie das alte geendet hatte. Zach Hamill verlängerte zum Jahreswechsel seine Vertrag bis zum Saisonende und blieb zur Freude der Fans Mitglied des Erfolgsteam. Freiburg wurde mit 4:0 nach Hause geschickt; es war Hendrik Hanes erstes Shutout in einem Punktspiel im Profibereich. Noch einen drauf setzte die Begegnung gegen Spitzenreiter Ravensburg. Nach einem 0:2-Rückstand im ersten Drittel fightete sich Bad Nauheim zurück und überrollt den Klassenprimus mit 6:3. Als man selbst in Frankfurt nach einem hochdramatischen Spiel ebenso die Löwen nach Verlängerung mit 3:4 schlug, war die Volksseele im 7. Eishockeyhimmel angekommen! Ligaweit war Bad Nauheim DIE Topmannschaft. Keiner hatte in den letzten 14 Spielen mehr Punkte erzielt, kein Verein - außer dem EC - hatte in Unterzahl mehr Tore erzielt als selbst hinnehmen müssen, und keiner war im Powerplay-Spiel effizienter als unsere Jungs. Mit Daniel Stiefenhofer stellte man den erfolgreichsten Powerplay-Torschützen (11 Tore) und Felix Bick wurde zum Spieler des Monats Dezember gewählt. Wo sollte das eigentlich noch hinführen? Kurzfristig, weil Bietigheim einen Spielausfall zu beklagen hatte, stand man sogar auf Platz 5, noch vor dem aktuellen Meister und Kassel; hatte nach hinten zu den Playdown-Rängen ein 20-Punkte-Polster und durfte ohne Überheblichkeit auch schon mal nach vorne schauen.

In den sozialen Netzwerken überschlugen sich die positiven Kommentare. Ein Superlativ jagte den nächsten, und dennoch schien es, als könne man jede Höchststufe noch einmal toppen. In den letzten Jahren hatte es Zeiten gegeben, da waren einige Stammzuschauer nur noch aus Treue zum Verein ins Stadion gekommen, aus reinem Pflichtbewusstsein für das Nauheimer Eishockey - jetzt geschah es aus purer Freude am Spiel der Roten Teufel. Fan des EC Bad Nauheim zu sein, war ein echter Spaßfaktor!

Mitte Januar poppte ein weiteres Thema hoch, dass die GmbH schon seit einiger Zeit forcierte. Auf dem Neujahrsempfang für Sponsoren und Pressevertreter wurden die Zukunftspläne für einen angestrebten Stadionneubau präsentiert. Geschäftsführer Ortwein und Bürgermeister Kress waren sich einig, dass es keine Alternative zu einer neuen, multifunktionalen Arena gäbe; zu hoch seien die Renovierungskosten für das alte CKS – man veranschlagte 8 Mio €. Ortwein schätze die Ausgaben für einen Neubau auf mindestens 20 Mio €. Die neue Halle einschließlich einer angeschlossenen Trainingseisfläche, müsse dem 8000-Punkte-Plan der DEL genügen, um sich nicht angesichts des kommenden Auf- und Abstiegsrechts die theoretische Chance eines Aufstiegs zu verbauen. GmbH und Stadtverantwortliche betonten unisono, dass es jetzt eine historisch Chance gäbe, ein solches Projekt erfolgreich durch die städtischen Gremien zu bringen, da es in allen Fraktionen – von Einzelpersonen abgesehen – eine durchaus positive Grundhaltung gäbe.

Das waren sehr positive Töne, die in einer zweiten Veranstaltung auch den Fans noch einmal durch Ersten Stadtrat Peter Krank und Geschäftsführer Ortwein erläutert wurden. Der eindringlichen Bitte Ortweins an die ältere Fan-Generation, sich dieser positiven Stimmung nicht aus falschverstandenen Traditionsgefühlen heraus zu verschließen, sprang Stadionsprecher Thomas Nau zu Seite: „Die Pfeiler des CKS sind nicht auf Tradition gebaut, sie stehen auf Beton und im neuen Stadion werden sie wieder auf solchem stehen. Wir müssen es schaffen die Tradition der alten Wirkungsstätte mit ins neue Stadion zu nehmen!" Eine Aussage, die den emotionalen Nerv traf und so manchem den Kopf frei machte für eine neue Zukunftsperspektive.



 
 

Sieg in Kassel! Seit Anfang der Dekade begleitet nun schon dieses Derbysieger-Transparent unsere Mannschaft und durfte sehr oft ausgerollt werden.   (Foto: Fanfoto auf Twitter)

Sportlich ging der Höhenflug auch in den nachfolgenden Partien weiter. Niederlagen setzte es zwar in Bietigheim und Dresden, doch gab es weiterhin wesentlich mehr Licht als Schatten. Die Huskies, denen man zum Saisonauftakt noch zuhause mit 3:4 unterlegen war, wurde in Kassel mit 6:3 geschlagen; Heilbronn, mit dem sich die Teufel lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 6 geliefert hatte, wurde mit 9:5 nach Hause geschickt. In den Heimspielen schien man schon lange eine Garantie auf den Siege zu haben. Elf Heimsiege in Folge standen inzwischen zu Buche und keiner davon war ein mühsamer Arbeitssieg. Alle schienen überaus verdient und wurden durch Geschick und Können erzielt. Selbst Rang 5, die Endplatzierung der letzten Saison, stellte keine Schranke mehr dar.

 
 

Nach dem 44. Spieltag kletterte der EC sogar auf Platz 4,  der Heimrecht für das Playoff-Viertelfinale versprach. Bis auf den Spitzenreiter Frankfurt fehlten gerade mal drei mickrige Punkte. Oh Gott, wenn man alle Zähler, die man in der Anfangsphase leichtfertig liegengelassen hatte, nicht verpasst hätte… nicht auszudenken, wie man jetzt dastehen könnte. Aber auch so: das war allererste Sahne. Fans wie User „Ahnungslos" machten ihrer Bewunderung durch Posts im Forum deutlich: „Es ist zum Niederknien. So tief komm ich gar nicht runter, wie ich mich vor dem Team und den Trainern verbeugen möchte." Und wie recht er hatte. Wohl alle EC-Anhänger fühlten in diesen Tagen ähnlich.


Zwischen all den begeisternden Erfolgen hatte James Livingston als überzähliger Ausländer das Team verlassen. Er sah für sich keine Zukunft mehr im Team des EC, bat um Vertragsauflösung und wechselte nach Großbritannien. Ebenfalls den Absprung machte Tryout-Spieler Artjom Alexandrov. Er hatte kein einziges Pflichtspiel für die Teufel bestritten, konnte sich mit dem Club aber nicht auf eine weitere Zusammenarbeit verständigen. Dass „Livi" sich verabschiedete, traf die Fans da schon härter, denn er war eigentlich immer ein leidenschaftlicher Kämpfer auf dem Eis. Hätte er vorausgesehen, was kurz nach seinem Abgang geschah, er wäre wahrscheinlich erst einmal geblieben. Cody Sylvester verletzte sich nämlich und fiel für einige Spiele aus. Schade, jetzt hätte Livingston wieder seine Einsätze im Team haben können. Doch weg ist weg.

 
 

Der Erfolg der Mannschaft schlug sich auch an anderer Stelle nieder. So wurde beispielsweise Dustin Sylvester von der Eishockey News mit großem Abstand zum Spieler des Monats Januar gewählt und folgte somit unmittelbar Felix Bick nach. Auch Geschäftsführer Andreas Ortwein riss sich zu einem Wagnis besonderer Art hin: er beantragte für den ECN die Ausrichtung des Wintergame 2020. Im Spada-Stadion der Offenbacher Kickers soll, wenn man den Zuschlag erhält, in Januar 2020 gegen die Löwen Frankfurt unter freiem Himmel vor über 20.000 Zuschauern gespielt werden. Sollten mehr als 12.000 Besucher kommen, so seine Rechnung, würde dabei ein finanzielles Plus herausspringen. Bleibt nun also abzuwarten wie die DEL2 Spitze die Bewerbung beurteilt und wer im April 2019 den Zuschlag für das Eventspiel bekommen wird Mitbewerber Dresden erhielt bereits 2016 ein Wintergame zugesprochen und Crimmitschau verfolgte angesichts des sportlichen Abrutschens in der Tabelle seine Bewerbung mit dem Skisprungstadion in Klingenthal nicht weiter.

Geht es nach dem Wunsch der EC-Verantwortlichen, wird hier im Januar 2020 das Wintergame der DEL2 stattfinden. Der EC bewarb sich für eine Ausrichtung im Stadion der Offenbacher Kickers. (Foto: Lizenzfreies Bild)

 
 

So könnten die Wetterauer mit einem Freiluft-Hessenderby profitieren. Ob allerdings aus dem nominellen Heimspiel dann nicht faktisch ein Auswärtsspiel wird – immerhin liegt das OFC-Stadion sehr viel näher am Löwenkäfig als an der Hölle der Roten Teufel –  lassen wir einmal offen. Offen auch die Frage, ob Frankfurt in der kommenden Saison überhaupt noch DEL2 spielen wird, denn der Main-Club hat sich in diesem Jahr als einzige Zweitliga-Mannschaft auch für die DEL beworben. Sollte ein Team aus dem Oberhaus im Sommer – aus welchen Gründen auch immer – keine Lizenz erhalten, wären die Löwen der einzig mögliche Nachrücker…

Doch zurück zum Sportgeschehen. Anfang Februar gab es die Neuverpflichtung eines weiteren Kontingentspielers. Von den Eisbären aus Zell am See kam Louke Oakley zu den Teufeln, wohl den meisten noch gut in Erinnerung von seinen Spielen im Trikot der SC Riessersee. Am „Wochenenden der Wahrheit" gab er seinen Einstand, denn just an den Spieltagen 45 und 46 trafen die Teufel auf den Tabellenzweiten Ravensburg und den Tabellenersten Frankfurt. Drei Punkte sprangen aus diesen Spielen heraus und Oakley führte sich hervorragend ein. Reichte es in Ravensburg beim 5:4 „nur" für einen Assist, so schlug der Neue gegen Frankfurt gleich zweimal selber zu. Wieder waren es keine „normalen" Spiele, denn in Ravensburg führte man bis sieben Minuten vor Schluss noch mit 4:2, bekam aber vier Sekunden vor der Sirene den Ausgleich eingeschenkt und verlor dann in der Overtime. Andersrum lief es gegen die Löwen. Hier führte der Nachbar gleich zweimal mit zwei Toren Vorsprung, doch konnten die Teufel jeweils ausgleichen. Das 4:4 fiel – fast eine Parallele zu Ravensburg – 22 Sekunden vor Ende des letzten Drittels. Der Sieg im Penalty-Shooting brachte den nächsten Derbysieg und wurde vor ausverkauftem Haus enthusiastisch gefeiert.

Es war jedoch genau dieses Match, das eine erneute Wende für die Roten Teufel einleitete. Nur noch sechs Spiele waren in der Hauptrunde zu absolvieren und gar zu gern hätte man den begehrten vierten Platz ins Ziel gerettet. Doch es lief dumm in Deggendorf. Der Tabellenletzte setzte sich mit 2:1 nach Verlängerung durch und ließ das Spiel am Sonntag gegen Bietigheim zum „Spiel um Platz 4" werden. Es kam wie befürchtet: Die Steelers ließen die schöne Heimserie von 12 Siegen abrupt enden. Aber man muss den Schwaben zugestehen, dass sie das bessere Team waren. Clever, technisch fast perfekt und sehr diszipliniert, egalisierten sie zweimal eine Nauheimer Führung, zogen dann auf 2:4 davon und gewannen letztendlich 3:5. Platz 4 war erst mal futsch, doch noch immer realistisch zu erreichen. Christof Kreutzer gewann der Niederlage dennoch etwas Gutes ab: „Man kann nicht immer gewinnen; irgendwann passiert das mal. Jetzt werden wir Fehler, die vielleicht heute gemacht wurden, analysieren und bearbeiten, dass sie uns nicht mehr passieren." Außerdem war mit diesem Spieltag trotz Niederlage die Teilnahme an den Playoffs auch rechnerisch gesichert, da Kassel sein Heimspiel gegen Crimmitschau verlor.

Aber das 0-Punkte-Wochen gab einen leichten Knacks in der Psyche des Teams. Oder war es die „Rache des permanent kleinen Kaders"? Seit Wochen spielte man angesichts Verletzungen nicht mehr mit vier Reihen, was sicherlich Kraft kostete. Wie dem auch sei; das folgende Wochenende förderte ungewohnte individuelle Fehler zutage. Im Heimspiel gegen Crimmitschau lief 40 Minuten lang nicht sehr viel zusammen. Die Fans sahen ein zweites Drittel, dessen Qualität sehr zu wünschen übrig ließ. Es war wohl der schlechteste Abschnitt seit Herbst letzten Jahres. Doch reichten gute 20 Minuten im letzten Durchgang, um die Westsachsen mit 6:3 (unverdient) hoch zu schlagen.

Was sich in diesem Spiel andeutete, bewahrheitete sich auch in den nächsten beiden Spielen. Nauheim war einfach platt. In Heilbronn gab es eine 8:3-Klatsche, zuhause gegen Kaufbeuren ein chancenloses 0:3. Ausgelaugt in Körper und Geist lief man den Gegnern hinterher, gingen Pässe ins Leere, Pucks wurden verstolpert und auch im Kopf war die nötige Frische abhandengekommen. Gut, dass man sich einen komfortablen Vorsprung vor Rang 7 erarbeitet hatte. Die Playoffs waren mit Rang 6 wenigstens gesichert, wenn auch der schöne Heimvorteil fürs Viertelfinale verspielt wurde. Doch zum Hauptrundenabschluss durfte man noch einmal in Bayreuth mit 7:4 jubeln und sich über einen neuen Punkterekord von 90 erarbeiteten Zählern freuen.

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Knapp zwei Wochen hatte Kreutzer nun Zeit seine Mannschaft mental wieder aufzurichten und Kraft nachtanken zu lassen. Der Viertelfinalgegner hieß wie schon 2015/16 Ravensburg. Damals war man erst in Spiel 4 erfolgreich und schied nach der 5. Partie aus. Diesmal sollten die dritten Playoffs nach Wiederaufstieg erfolgreicher werden. Die große Frage war: Würde die Pause ausreichen, um den Akku bis zum 15. März wieder genügend aufzuladen?

Doch zunächst mussten in den Pre-Playoffs die letzten beiden Teilnehmer der K.O.-Runde ermittelt werden. Kassel, Heilbronn, Dresden und Crimmitschau; so lautete der Zieleinlauf. Bis zum letzten Spieltag war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Clubs und Platzierungen. Und dann gab es gleich zwei Überraschungen: Nicht die 7. und 8. Platzierten, sondern Rang 9 und 10 setzten sich durch. Kassel musste Crimmitschau passieren lassen und hakte eine mega-verkorkste Saison frustriert ab; Heilbronn hingegen schaute ziemlich perplex drein als Dresden ihnen eine lange Nase drehte. Trotz teilweise herausragenden Saisonleistungen, gingen die Falken sehr früh in den Sommerurlaub. Aber das ist eben Eishockey, und irgendwie machen solche Überraschungen ja gerade den Charme der Playoffs aus – wenn man nicht selbst davon negativ betroffen ist.

Bad Nauheim überraschte mit einer ganz anderen Meldung: Marc El-Sayed unterschrieb einen Vertrag und kehrte so nach 13 Jahren wieder in die Wetterau zurück, wo er als kleiner Junge das Eishockeyspielen erlernt hatte. Allerdings galt der Vertrag erst ab der kommenden Saison. Schade, denn ein Mann wie ihn hätte uns in den Playoffs sicherlich gut getan, allein schon um vier komplette Reihen zur Verfügung zu haben. So aber blieb es bei elf Stürmern plus der Option, Louke Oakley auf Kosten von Mike Dalhuisen zu bringen.

Die elf Tage wurden auch genutzt, um Spekulationen aller Art ins Kraut schießen zu lassen. Zehn Gründen, warum der EC endlich wieder einmal das Halbfinale erreichen müsse, stellte die WZ zusammen. Darunter „Hard Facts" wie: Nauheim könne Geschichte schreiben, weil noch nie ein Sechster den Titel geholt habe, und Nauheim sei „einfach mal dran" oder weil Nauheim ein größere Tradition als Ravensburg habe… Alles doch etwas weit hergeholt - und im letzten Fall sogar inhaltlich falsch, da in Ravensburg seit 1881, bei uns hingegen erst seit Februar 1947 Eishockey gespielt wird! Ehrlich gesagt hatte der EC solche Sprüche auch gar nicht nötig, denn die Saison war bisher eine richtig Gute. Das Selbstvertrauen sollte da sein, um wenigstens ein Auswärtsspiel von möglichen vier erfolgreich zu gestalten – so hoffte man zumindest. Runde 1, das Viertelfinale, überstehen! Das war die Zielsetzung, denn in einem möglichen Halbfinale winkte Frankfurt als Gegner. Was für geniale Aussichten!!! Und dann kam der 15. März…

Knallerauftakt!!! Nach gut zwei Minuten führte der EC bereits mit 2:0 in Ravensburg. Noch waren nicht alle Schlachtenbummler aus der Wetterau im Stadion, als der Puck schon zweimal hinter Langmann eingeschlagen hatte. Furios!!! Aber leider blieb es bei dieser anfänglichen Überrumpelung. Match 1 ging stumpf nach hinten los. Am Ende stand ein hochverdientes 2:3 für die Oberschwaben und das Premierenspiel erwies sich als ein echtes Strohfeuer, das mehr Qualm erzeugt hatte als höllische Flammen.

In Spiel 2 sollte alles besser werden; doch schon vor der Partie gab‘s die erste Hiobsbotschaft: Felix Bick konnte krankheitsbedingt nicht ins Tor. Da Hendrik Hane inzwischen mitten im schriftlichen Abi steckte, hieß das Torwart-Duo Jan Guryca und Nils Flemming… An unserem Torwart-Gespann lag es jedoch nicht, dass das Spiel mit 1:5 verloren ging. Konnte im ersten Drittel noch das 0:1 mit dem Ausgleich beantwortet werden, so fielen die anderen Tore gegen zunehmend müder werdende Nauheimer zwangsweise. Das 0:2 in der Serie ließ den allermeisten Fans nicht mehr viel Zuversicht für den Fortgang des Viertelfinales, doch sich davon die Saison vermiesen zu lassen, davon wollte niemand etwas wissen. Es wurde nur allenthalben bedauert, dass gerade jetzt in den Playoffs der „Stammgast Spaßfaktor" nicht bei uns vorbeischauen wollte.

 
 

So erfreulich die Nachrichten aus dem fernen Asien, so unerfreulich eine Meldung aus dem EC-Umfeld: Verteidiger Stiefenhofer würde angesichts seiner jüngsten Verletzung noch mindestens fünf bis sechs Wochen fehlen. Deshalb startete der EC eine weitere Sammelaktion, um für die Endphase dieser Saison noch einmal Verstärkung an Land ziehen zu können. 15.000€ fehlten der GmbH und sollten diesmal in nur einer Woche von Sponsoren und Fans unter dem Motto „Belohne-dein-Team" für einen Defender aufgetrieben werden. So manch einer zeigte darüber seinen Unmut im Forum, denn egal ob der EC Topleistungen zeigt oder in einer Krise steckt, eines bleibt immer gleich: Man ruft nach zusätzlichem Geld von außen!

Schlusssirene nach Spiel 3. Die Towerstars feiern ihren Goalie Jonas Langmann und gratulieren ihm zum Shutout. Ohne ihn und seine Glanztaten hätte das Ergebnis auch anders aussehen können.   (Szene aus der Sprade TV Live-Übertragung)

 
 

ber noch war nichts verloren. Andreas Ortwein gab sich kämpferisch und glaubte fest an einen Sieg im dritten Spiel. Dann sei alles wieder offen! Naja, was sollte er auch anders machen, als allen Beteiligten Mut zusprechen. Leider war es nichts als das „Pfeifen im Walde", denn diesmal blieben die Teufel ganz ohne eigenen Torerfolg. 0:3 lautete die ernüchternde Bilanz – sowohl in diesem Spiel als auch in der Gesamtserie. Dabei hatte Bad Nauheim sein bestes Playoff-Spiel gezeigt. Doch Jonas Langmann war einfach nicht zu bezwingen. Blieb also nur noch die Hoffnung den Sweep zu vermeiden und am Sonntag, beim aller Voraussicht nach letzten Heimspiel dieser Saison, einen versöhnlichen Ausklang vor eigenem Publikum hinzulegen.

Hoffnungs- und erwartungsvoll fanden nochmals 3223 Zuschauer den Weg ins CKS. Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen müssen, denn Nauheim zeigte wieder ein tolles Spiel. Zwar fiel schon nach 48 Sekunden das frühe Gegentor, doch kippte das Spiel durch einen Doppelschlag von Reimer und Krestan innerhalb von 6 Sekunden. Man führte gar mit 3:1 und 4:2, endlich gelang wieder einmal ein Überzahltreffer, aber alle Mühen sollten wieder nicht in ein Erfolgserlebnis münden. Ravensburg kam gegen völlig platte Teufel zum Anschluss und erzielten 23 Sekunden vor der Sirene den Ausgleich. Die Verlängerung dauerte dann erstaunliche 5:23 Minuten in denen auch der EC gute Chancen auf den Siegtreffer hatte. Doch die Vielzahl der Gästechancen häufte sich und so gab es zwangsläufig den 4:5 K.O... Damit war die Saison Geschichte.

Hängende Köpfe auf den Rängen? Ja, die gab es – aber in der Kurve siegte die Trotzreaktion. Inbrünstig wollte man die Siegesfeier der Ravensburger Schlachtenbummler  übertönen. Viele machten mit, aber dennoch bohrte auch tief im Inneren der Fan-Seele die Enttäuschung so kurz vor dem Achtungserfolg stehend wieder eine Abfuhr erhalten zu haben. Keiner der rot-weißen Spieler hatte ein Lächeln auf den Lippen, obwohl sie brav die Trotzgesänge entgegennahmen. Der Sweep schmerzte in diesem Moment letztlich mehr als erwartet…

Vorbei also! Schade, es hätte ruhig etwas weiter gehen können. Aber was soll’s. Auch in diesem Jahr ging es, wie schon seit langem und auch im kommenden Jahr nochmals, um nichts als die goldene Ananas. Klar, die Meisterschaft ist ein Prestige-Titel mit dem sich jeder der 14 teilnehmenden Clubs gerne schmücken würde. Da macht Nauheim selbstredend keine Ausnahme. Doch wird auf jeden Fall auch im kommenden Jahr wieder Zweitliga-Eishockey auf hohem Niveau bei uns zu sehen sein. Verfolgen wir also aus neutraler Perspektive den Rest der Meisterschaft und die noch anstehende WM im Mai. Danach ist dann erst mal wieder Schmalkost in Sachen Eishockey angesagt. Aber der nächste Herbst kommt bestimmt!


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 Schon traditionell folgt der Chronik immer ein Abschnitt in dem ich meine ganz persönlichen Ansichten über die Saison vom Stapel lasse. In diesem Jahr wird dieser Abschnitt aus mehreren Gründen kürzer ausfallen. Zum einen sollte man sich nach dieser tollen Saison über nichts aufregen, zum anderen habe ich es mir ja zur Gewohnheit gemacht, jede Woche mindestens einen Kommentar auf meiner Webseite zu veröffentlichen, was die Besucherzahlen auf „Tecks Spielwiese" sehr in die Höhe trieb. Dafür übrigens meinen besten Dank!

Dennoch sollen hier drei Themen angesprochen werden. Zu Beginn der Saison gab es aus meiner Sicht einen einzigen Aufreger, der sich inzwischen aber wohl fast komplett erledigt hat. Ich meine die Verkaufspolitik der Tageskarten. Dass man seit dieser Saison an der Abendkasse einen Aufschlag zahlen muss, finde ich bis heute noch nicht geschickt, denn es gibt den Beigeschmack der Abzocke für Spätentschlossene. Auch wenn sich‘s nur um einen Euro handelt, es wäre hundertmal geschickter gewesen die Ticketpreise gleich um diesen Euro mehr zu erhöhen und beim Vorverkauf einen Rabatt von einem Euro zu gewähren. Dann hätten sich die Frühkäufer gefreut einen Schnitt zu machen und die Tageskartenkunden hätten den „Normalpreis" gezahlt. Außerdem hätte man die Dauerkartenkäufer mit einem weiteren „Preisvorteil" locken können, wenn man den Vorverkaufspreis bei der Kalkulation zugrunde gelegt hätte. Aber wie gesagt… das interessiert heute wahrscheinlich schon kein Schwein mehr. Und das ist ja auch OK, denn die Mannschaft hat uns in dieser Spielzeit so viel Spaß gemacht, wie schon lange nicht mehr. Da sollte man solche Vermarktungsfehler großzügig übersehen.

Das zweite betrifft die im Januar angestoßene Diskussion über ein neues Stadion. Viele Menschen in der Region ließ dies aufhorchen. Traditionalisten – zu denen ich ganz bestimmt auch gehöre – hatten (manche haben noch immer) ein Problem damit, wenn unser CKS mit der Abrissbirne vom Erdboden getilgt werden soll. Es steckt einfach so viel Herzblut in der Location. Dennoch bin ich inzwischen auch der Meinung ein neues Stadion birgt mehr Chancen für unseren Sport als ein renoviertes CKS. Gründe dafür wurden schon vielfach genannt und brauchen nicht immer wieder aufgewärmt werden. Vielleicht kann man aus der Tatsache, dass so viele Menschen an diesem Stadion hängen, im Falle eines Abrisses sogar noch einen Nutzen ziehen. Teile aus dem Stadion könnten beispielsweise zum Verkauf angeboten werden. Ein Stück CKS-Bande, ein m 2 des Südkurven-Fangnetzes oder ein Schalensitz aus dem H-Block könnte so manchen Partykeller schmücken und gleichzeitig ein paar Euro in die Kasse für die neue Arena spülen.
Wie hatte Stadionsprecher Thomas Nau bei Fan-Stammtisch gesagt: „... Wir müssen es schaffen die Tradition der alten Wirkungsstätte mit ins neue Stadion zu nehmen!" Wie wäre es, wenn man dies wörtlich nimmt und einige Dinge, wie beispielsweise die Metall-Grafik des Eishockeyspielers, welche bereits Ende der 60er Jahre in dem damals neu überdachten Stadion installiert wurde und heute über dem Ausgang am Haupteingang hängt, in die neue Arena mit hinüber nähme? Solche Dinge symbolisieren einen wichtigen Teil unserer Eishockeygeschichte und dürfen nicht einfach entsorgt oder verhökert werden. Naja, aber erst einmal hat die Stadt nur 50.000 € genehmigt, um eine Prüfung durchzuführen. Es sollen ein Standort gesucht und die finanziellen Möglichkeiten für ein neues Domizil eruiert werden. Kapazität, Beschaffenheit und Ausstattung sind genauso offen wie die Option das alte Stadion doch wieder zu renovieren. Warten wir also ab wie das Ganze ausgeht und ob es tatsächlich zu einem Neubau auf der grünen Wiese kommt. Dem Verein wäre es zu wünschen, denn nach so einer emotionalen Saison, muss es einfach weiter aufwärts gehen…

 
 

„Fanbegeisterung",  gezeichnet 1986 von Teck

Das letzte Thema betrifft diese Reihe der EC-Chroniken. Im letzten Jahr musste ich leider feststellen, dass jemand meinen Text „klaute" und auf einer mir fremden Internet-Plattform veröffentlichte. Abgesehen davon, dass ich es nicht toll fand per Zufall meinen Text dort unverhofft wiederzufinden, habe ich durch diesen Datenklau auch mein Wort gegenüber den Fotografen gebrochen, deren Bilder ich im Bericht verwendete. Sie hatten mir die Fots auf meine Bitte hin kostenlos überlassen, aber nur, um sie im Rahmen dieses Berichts zu benutzen. Zum Glück hat mir bis heute niemand daraus einen rechtlichen Strick gedreht. Deshalb habe ich - wie ihr sicher bemerkt habt – keine offiziellen Bilder mehr in meiner Chronik verwendet. Das macht die Seiten ganz klar weniger attraktiv, ist aber halt nicht anders möglich. Auch habe ich unter die Überschrift erstmals ein Copyright gesetzt. Das verhindert natürlich nicht, dass wieder irgendjemand den Text „missbraucht", sichert mich aber wenigstens ein bisschen ab. Ich finde es sehr schade, dass so etwas passiert, weiß aber, dass heutzutage niemand gegen Datenklau gefeit ist. Sollte es ein weiteres mal passieren, werde ich keine Chronik mehr verfassen oder zumindest keine mehr auf meiner Web-Seite für jedermann als Buchergänzung zur Verfügung stellen. Ich hoffe ihr habt dafür Verständnis.
So, machen wir hier aber keine langen Worte mehr über Unerfreuliches und sehen schon mal hoffnungsvoll dem entgegen, was im nächsten Winter im CKS passieren wird. Ein Teil der Mannschaft hat ja bereits Anschlussverträge unterschrieben. Bleibt zu wünschen, dass ein Großteil der Mannschaft und selbstverständlich auch das erfolgreiche Trainerteam zusammen bleiben. Mit diesem Grundstock könnte sogar ein wichtiges Teilziel der oft belächelten Agenda 2020, nämlich die Etablierung unter den Top 4, Realität werden. Und das wäre schon etwas für mein altes, eishockeyverrücktes, rot-weißes Herz!

Bleibt gesund und bis zum Herbst - und hoffen wir mal, dass in diesem Jahr nicht wieder eine so elendige Hitzeperiode wie letzte Jahr droht, bis wir wieder singen: Ein Leben lang, rot und weiß ein Leben lang…


 
 

24. März 2019

 
 
 
 
 
 

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